Ein mörderischer Plan (2000)

Ein mörderischer Plan setzt die Managertrainerin Luisa (Iris Berben) unter Druck, die auf einer ostfriesischen Insel Ruhe und Erholung sucht, statt dessen aber Bekanntschaft mit einem psychopathischen, desorientierten Frank Giering macht, der in seinem Lebensüberdruss vor keiner Schandtat zurückschreckt. Einmal mehr hat der Regisseur Matti Geschonneck sein Ensemble, zu dem auch Inselpolizist Christian Redl gehört, zu einer bemerkenswerten Vorstellung getrieben.

Späte Rache

Mit dem Thriller Späte Rache präsentieren der Regisseur Matti Geschonneck und die Autorin Hannah Hollinger bereits ihr sechstes gemeinsames Fernsehprojekt seit 1997. Nach so unterschiedlichen Filmen wie „Ganz unten, ganz oben“ oder „Jenseits der Liebe“ beweisen sie mit dieser filigran gearbeiteten Studie über eine Frau zwischen zwei Männern einmal mehr ihr Fingerspitzengefühl für höchst individuelle Figuren, die nur in ihren psychologischen Details kenntlich werden. Dabei ist dem Duo das Kunststück gelungen, den wahrscheinlich unblutigsten Suspenser aller Zeiten zu drehen: Ihre mit Maja Maranow, Peer Jäger und Christian Redl superb besetzte Dreiecksgeschichte, die auch als Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit – und umgekehrt – gelesen werden kann, kommt zwar nicht ganz ohne Handfeuerwaffen, aber dafür ohne deren Gebrauch aus.

Tödliches Vertrauen

Viel ist nicht mehr los in den weitläufigen Wäldern um Kassel. Von Zeit zu Zeit trifft man auf einen Jogger, ein alter Mann füttert Vögel, und hier und da stößt man auf einen psychopathischen Frauenmörder. Schon seit Jahren werden in der Gegend fürchterliche Verbrechen verübt, die eines gemeinsam haben: Ein mysteriöser Unbekannter quält seine Opfer über längere Zeit, bevor er sie tötet. Der ermittelnde Kommissar (Christian Redl) steht buchstäblich im Wald, und auch als die neue ABM-Kraft unter den Forstarbeitern (Barbara Rudnik) einen kerngesunden Baum fällt und dabei eine weitere Frauenleiche entdeckt, geht ihm in der entstandenen Lichtung kein Licht auf. Wer diesem leider ziemlich hölzern geratenen Who-dunit-Thriller von Johannes Grieser (Regie) und Timo Berndt (Buch) sein Tödliches Vertrauen schenkt, der wird immerhin von einer vorzüglichen Besetzung entschädigt – in weiteren Rollen sind unter anderem Otto Sander und Thomas Sarbacher zu sehen.

Nachts, wenn der Tag beginnt

Die Befürchtung, dass Justitia auf einem Auge blind sei, wurde schon öfters geäußert. In einem neuen Psychothriller nach einem Buch von Fred Breinersdorfer bekommen wir es nun gar mit einem Richter zu tun, der nahezu vollkommen blind ist. Nachts, wenn der Tag beginnt variiert einen Mut machenden Ausspruch des Dalai Lama und führt den Recht sprechenden Hobbyboxer und passionierten Taschentuch-Schnüffler Friedrich Thomasius mit der von ihm als Vatermörderin abgeurteilten und aus dem Gefängnis geflohenen Johanna Schneider in einem Kammerspiel zusammen, in dessen Verlauf sich der vermeintlich knallharte Charakter des blinden Richters allmählich von einer ganz anderen Seite zeigt. Ein Schauspielerfilm und ein Fest für die beiden Hauptdarsteller Christian Redl und Nina Petri, aber auch eine ziemlich unglaubwürdige Kopfgeburt, mit der Regisseur Christian Görlitz bei weitem nicht an die Güte seines letzten Films „Mord im Haus des Herrn“ heranreicht.