Himmel über der Wüste (1990)

Debra Winger alias Kit Moresby erreicht 1947 Tanger als Amerikanerin, Ehefrau und Reisende mit großem Gepäck, verliert nach einem Seitensprung mit dem Mitreisenden George Turner ihren Ehemann Port an eine Infektionskrankheit und entdeckt sich in einer sexuellen Begegnung mit einem Beduinen von einer anderen Seite. Existenziell-poetisches Abenteuerdrama von Bernardo Bertolucci nach einem Roman von Paul Bowles, dessen ambivalent agierende Akteure einem westlichen Publikum in der Hauptsache als Projektionsfläche für ihr eigenes Erleben der betörenden Breitwandbilder eines afrikanischen Kontinents zwischen malerischer Schönheit und beunruhigender Naturgewalt dienen.

So., 17. Januar, 23.40 Uhr, 3 SAT

Das Gespenst der Freiheit (1974)

Absurde Gesellschaftssatire von Luis Buñuel, die in episodischer Abfolge komischer Szenen (ein Sittenstrolche verteilt Ansichtskarten architektonischer Obszönitäten an Kinder, ein gemeingefährlicher Heckenschützen wird zum Tode verurteilt, verlässt aber unter Autogrammwünschen das Gericht als freier Mann) das Bild eines unfreien Bürgertums entwirft, das seinen kindischen Spieltrieb und seine sexuellen Obsessionen hinter den verdächtig üblichen Konventionen des Anstands und einer krampfhaft zur Schau getragenen Straußenpolitik der gesellschaftlichen Rituale versteckt.

Fr., 15. Januar, 16.30 Uhr, Kinowelt TV

Als wir träumten (2015)

Jugenddrama von Andreas Dresen nach dem gleichnamigen Roman von Clemens Meyer um eine Clique Jugendlicher, die in der Nachwendezeit einen illegalen Techno-Club betreiben, in Konflikte mit Skinheads geraten, Drogen- und Alkohol konsumieren, randalieren und davon träumen, irgendwie „die Größten“ zu werden. Der Film entwirft ein zu beliebig erscheinendes Muster von Szenen dumpfer Frustration und exzessiver Gewalt, um sein ins soziale Abseits gerutschte Personal mit wenig aussagekräftigen Rückblicken in ihre Zeit als sozialdemokratisch indoktrinierte Pioniere zu kontrastieren.

Mo., 11. Januar, 20.15 Uhr, One

Der Dunkle Turm (2017)

Fantasy-Actionabenteuer mit Horror- und Thriller-Elementen von Nikolaj Arcel, das seine literarische Vorlage von Stephen King zu einer inhaltlich wenig überraschenden Gut-gegen-Böse-Geschichte samt einiger ironischer Spitzen auf unsere moderne „Hot Dog“- und Konsumwelt verwurstet. Immerhin in mehreren apokalyptischen Parallelwelten mit einem zaubernden Matthew McConaughey, mehreren Sandstürmen und einer verdatterten Krankenhausärztin spielend, konzentriert sich das Drehbuch auf seinen bemerkenswert vielseitig agierenden jugendlichen Hauptdarsteller Tom Taylor, der sich bei einem Ausflug nach „Mittwelt“ der Unterstützung des ehemaligen Revolvermanns Roland alias Idris Elba versichert, um sich mittels seiner Hilfe und seines „Shining“ gegen einen unmotiviert bösen Fiesling namens Walter durchzusetzen, der nichts anderes im Sinn hat, als den „Dunklen Turm“ und damit alles Leben um sich herum zu zerstören. Ästhetisch eigenartig divergent, wird dieser Film durch einen schlüssig erzählten emotionalen Spannungsbogen und die teils sehr guten Leistungen seines zentralen Darstellerduos zusammengehalten.

So., 10. Januar, 20.15 Uhr, RTL

Alexander (2004)

Als schwülstig-folkloristisches Heldenepos inszeniertes biografisches Actionabenteuer von Oliver Stone, das Colin Farrell auf seinen Feldzügen quer über den östlichen Globus begleitet, bis er, endlich möchte man sagen, von einem indischen Elefanten gestoppt wird. Hier wurde nicht nur das Filmmaterial stellenweise nicht richtig entwickelt, auch Schauspielern wie Anthony Hopkins in der Rolle des Erzählers ist deutlich anzusehen, dass sie mit diesem Stoff rein gar nichts an der Backe haben.

Sa., 09. Januar, 23.50 Uhr, SAT.1

Kaltes Land (2005)

Vielschichtiges Familien- und Gesellschaftsdrama von Niki Caro um eine alleinerziehende Bergarbeiterin (Charlize Theron), die sich gegen die sexuellen Belästigungen ihrer männlichen Kollegen unter Tage zur Wehr setzt und dabei auf zahlreiche Widerstände stößt. Aus einem Guss inszeniert und auf praktisch sämtlichen Positionen markant besetzt, überzeugt dieser kämpferisch-berührende Film nicht nur als eindringliches Plädoyer für mehr Zivilcourage im alltäglichen Leben, sondern auch als bis ins kleinste Detail durchdachte Studie über die schädlichen Aus- und Nachwirkungen sexueller Gewalt.

Do., 07. Januar, 16.35 Uhr, TNT Film

Die Frau des Leuchtturmwärters (2004)

Mehrschichtig erzähltes Liebesdrama von Philippe Lioret, das, unterhaltsam für seine treffende Schilderung eines weltabgeschieden im eigenen Saft köchelnden bretonischen Menschenschlages, zwei Einzelgänger auf einem sturmumtosten Leuchtturm der Eifersucht zusammenführt, als der junge Antoine, kriegsversehrt aus dem Algerienkrieg heimgekehrt und als Neuankömmling schief angesehen, in verbotener erotischer Leidenschaft für die Frau seines neuen Freundes Yvon Le Guen alias Philippe Torreton entbrennt.

Di., 05. Januar, 15.35 Uhr, Kinowelt TV

Thor (2011)

Von der nordischen Mythologie inspiriertes, romantisch untermaltes Fantasy-Actionabenteuer von Kenneth Branagh, das, den Naturgesetzen trotzend, eine vergleichsweise komplexe Coming-of-Age-Geschichte des Donnergottes Thor von der „kleinen Prinzessin“ zum gereiften König von Asgard erzählt. Vom Drehbuch „echt der Hammer“ ironisiert, stellt dieser intelligent gemachte und unterhaltsame Film eine der positiven Ausnahmeerscheinungen im Kosmos der Marvel-Superheldenstreifen dar.

Sa., 02. Januar, 20.15 Uhr, PRO 7

Das Appartement (1960)

Stilprägende und in Schwarzweiß fotografierte, dramatische Liebes- und Gesellschaftskomödie von Billy Wilder um einen kleinen Versicherungsangestellten und vermeintlichen „Ladykiller“ (Jack Lemmon), der sein Appartement 2A an der Westside von Manhattan aus Karrieregründen als Liebesnest für höherrangige Kollegen zur Verfügung stellt und mit seiner willfährigen Gutmütigkeit seine eigenen Chancen bei der sympathisch-burschikosen Fahrstuhlführerin Fran (Shirley MacLaine) verringert. Äußerst geschickt zwischen schelmischer Junggesellen-Satire und tragikomischer Moralkritik austariert, begegnet der Zuschauer in diesem zeitlos wahrhaftigen Film zwei einsamen Herzen, die ausgerechnet zu Weihnachten den großen Liebesblues schieben, ehe sie sich endlich durch entschlossenes Handeln einem Weltengefüge auf großem Fuß wandelnder Egoisten entgegenstellen, die eine beklagenswerte Restmenschheit zu Schuhputzern und Stiefelleckern degradieren will. Allein für seinen hellsichtigen Spott das neuerfundene Medium Fernsehen betreffend, gebührt diesem Klassiker der Filmgeschichte tiefempfundener Respekt.

Fr., 01. Januar, 22.00 Uhr, RBB

Das Geheimnis des verborgenen Tempels (1985)

Komödiantisches Mysteryabenteuer mit Fantasy- und Actionelementen von Barry Levinson, das Sir Arthur Conan Doyles literarisches Werk um ein Kapitel aus den Jugendtagen seines Romanhelden Sherlock Holmes bereichert, der hier an der Seite seines treuen Studienkollegen John Watson den Spuren einer rätselhaften Mordserie folgt und dabei in den Besitz seiner Markenzeichen Umhang und Pfeife kommt. Produzent Steven Spielberg hinterlässt überdeutlich seinen Einfluss auf einen insgesamt vergnüglichen Unterhaltungsfilm, der vor allem hinsichtlich seiner musikalischen Untermalung nicht mehr wirklich überzeugen kann.

Mi., 30. Dezember, 20.15 Uhr, ARTE