Solo: A Star Wars Story (2018)

Humoristisch akzentuiertes Sci-Fi-Action-Abenteuer von Ron Howard, das sich als „Spin-off“ der Star-Wars-Story der überaus beliebten Figuren Han Solo und Chewbacca annimmt, um deren Vorgeschichte in Manier eines Space-Western mit Serientypus zu erzählen. Lediglich überraschend für ihre erste Begegnung auf den Schlachtfeldern einer galaktisch-imperial dominierten Welt, ersetzt dieser gewöhnungsbedürftig dauerdiffus fotografierte Streifen die mangelnde Fantasiebegabung eines auf Fortsetzungen konditionierten Publikums mit Bildern eines niedrig gewählten Tiefenschärfebereichs, die den häufigen Einsatz der Nebelmaschine besser zur Geltung bringen als die letztlich erfolgreichen Bemühungen seines Helden Han Solos, seine Widersacher aus dem Schmugglermilieu zu besiegen und sich den Millennium Falken unter den Nagel zu reißen. Alden Ehrenreich, von einer wenig raffinierten Heist-Story weitgehend im Stich gelassen, trifft den breitbeinigen Charakter Solos zwar punktgenau, vermag aber mangels wirklich originellen Dialogs genauso wenig zu punkten wie das wieder einmal zu Randfiguren degradierte weibliche Personal.

So., 24. Oktober, 20.15 Uhr, PRO 7

Midsommar (2019)

Mystery-Horror-Drama von Ari Aster um eine kleine Gruppe amerikanischer Doktoranden, die sich, teils zu Studienzwecken, zur Mittsommerwende in einer Gemeinschaft sonderbar glücklicher, schwedischer Kuttenträger einfinden. Vom Handlungsprinzip eng an den Vorbildern seines Genres orientiert, delektiert sich dieser ausufernd gestaltete Horrorfilm am gespenstischen Ambiente seiner unverbürgten heidnischen Rituale mit Volksfestcharakter, die neben der Wahl einer Maikönigin auch ein suizidales Turmspringen der Senioren und das Einpflanzen überflüssig gewordener Körperteile vorsehen. In der Wahl seiner drastischen Effekte zugleich selbstverliebt wie beliebig, ist dieser Film auch dem gemeinen Pilzesser nicht als Mahnung vor Gruppenzwängen zu empfehlen.

Mi., 20. Oktober, 20.15 Uhr, Kinowelt TV

Der seidene Faden (2017)

In den 1950er Jahren angesiedeltes Liebesdrama von Paul Thomas Anderson um einen pedantischen Schneider, der sich als kreatives Modegenie von seiner Umwelt als rohes Ei behandeln lässt, aber von seiner neuen pilzkundigen Flamme gebändigt wird. Von sehr guten Schauspielerleistungen getragen, entwickelt dieser vom morbiden Geist der Aristokratie umwehte Film die Dramatik eingeschlafener Füße, während ihn die süßliche Orchestermusik sanft in den Seide ausgeschlagenen Sarg des Vergessens begleitet.

So., 17. Oktober, 20.15 Uhr, ARTE

Twin Peaks – Der Film (1992)

Hoffnungslos überkandideltes Mystery-Horrordrama von David Lynch, das sich nach relativ konventionellem Beginn als parodistische Krimikomödie an der Innenansicht des Seelenlebens einer jungen Frau versucht, die sich als Inzest- und Vergewaltigungsopfer von ihrem High-School-Lover abwendet und beginnt, sich den selbstzerstörerischen Kräften bewusstseinsverändernder Drogen hinzugeben. Oft grenzwertig in seiner assoziativen Montage und zuweilen an der Grenze zur Lächerlichkeit gespielt, kulminiert dieser Film nach bierausdünstenden Gewaltfantasien und verschwitztem Sex in einer schwülstig-metaphorischen Engelssymbolik aus dem Poesiealbum ewiger Unschuld, die sich nur schlecht mit den gelungenen ironischen Seitenhieben auf den „American Way of Life“ aus dem Prolog verträgt.

Mi., 13. Oktober, 20.15 Uhr, Kinowelt TV

Donnie Brasco (1997)

Biografisches Krimidrama von Mike Newell, das Johnny Depp in der Rolle des verdeckt ermittelnden FBI-Agenten Joseph „Joe“ Pistone alias Donnie Brasco zeigt, der sich über den freundschaftlichen Kontakt zu dem glücklosen Mafia-Auftragskiller „Lefty“ Zugang zum inneren Kreis organisierter Parkuhrenknacker verschafft, um diese hinter Schloss und Riegel zu bringen und selbst im Zeugenschutzprogramm der US-Behörden zu landen. Einzig Al Pacino in der Rolle des ständig klammen Mafia-Handlangers „Lefty“, bewundernswert für seine geschmackvollen Dresscodes und den lässigen Umgang mit seinem „Krebs am Schwanz“, gelingt es, die systemimmanenten Gewissenkonflikte einer bereits zu oft bemühten Gaunerklamotte glaubhaft zu machen, die die mörderische „Piss die Wand an“-Selbstverachtung ihres Milieus anbiedernd als erstrebenswerte Geisteshaltung anpreist.

Sa., 09. Oktober, 22.00 Uhr, One

Killer Elite (2011)

In den 1980er Jahren angesiedelter, zum Spionagefall aufgebauschter Actionthriller von Gary McKendry, der, handwerklich solide, aber inhaltlich fragwürdig und verlogen, die privaten Rachegelüste eines omanischen Ölscheichs in den Dienst seiner martialischen Baller- und Prügelgeschichte voller Plattitüden stellt. Gedacht für ein Publikum mit „Eiern aus Stahl“, paart dieser platte Reißer das übliche Geschäftsprinzip seines Genres mit einer Reihe ausgesuchter Grausamkeiten, was auch durch die Mitwirkung echter Schauspieler wie Robert De Niro und Clive Owen nicht aufgewertet werden kann.

Do., 07. Oktober, 20.15 Uhr, TELE 5

Spion zwischen zwei Fronten (1966)

Action-Abenteuerdrama von Terence Young um einen britischen Tresorknacker und Sprengstoff-Experten, der vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges zum Doppelagenten aufsteigt. Zu seiner Entstehungszeit als aufwändig produzierter Unterhaltungsstreifen einem breiten, immer noch kriegsmüden Publikum willkommen, kann diese inhaltlich dürftige Kolportage-Geschichte mit James-Bond-Touch nur noch die hartgesottensten unter uns nachgeborenen Machos interessieren.

Mo., 04. Oktober, 22.20 Uhr, One

Pakt der Wölfe (2001)

Als wüste Mischung aus französischem Mantel-und-Degen-Gefuchtel, fernöstlichem Kampfgeplänkel und mythologisch verbrämtem Historienfilm konzipiertes, auf den internationalen Markt schielendes Mystery-Action-Drama von Christophe Gans mit Fantasy‑, Horror‑ und Muppet-Elementen um eine ungekämmte, mordende Bestie, die, ursprünglich aus Afrika stammend, im Vorfeld der französischen Revolution ihr blutiges Unwesen treibt und im Auftrag des Königs von einem Naturwissenschaftler namens Grégoire de Fronsac nebst seinem indianischen Helferlein Mani gejagt wird. Oft ansprechend fotografiert und aufwändig ausgestattet, treibt dieser niederschlagsreiche Film seine unglaubliche Geschichte mit erotischen Szenen in einem feudalen Bordell und einer Treibjagd auf die Wölfe der Umgebung voran, um den wackeren Mani nach einer weiteren unerfreulich herzlosen Attacke der Bestie auf ein unschuldiges Schlammloch in einen Wegwerf-Indianer zu verwandeln und sich endlich mit der Präsentation des teils mechanisch bewegten Ungeheuers endgültig der Lächerlichkeit preiszugeben.

So., 03. Oktober, 20.15 Uhr, TELE 5

Affenkönig (2016)

Aufdringlich-schrille Buddy-Komödie von Oliver Rihs um vier Freunde, die sich anlässlich des 45. Geburtstags des inzwischen in Kohle schwimmenden Gastgebers zum ersten Mal seit Jahren wiedertreffen und einige gemeinsame Tage in der Provence damit verbringen, jede Menge Jugendsünden aufzufrischen und eine Radtour in Damen-Reizwäsche zu unternehmen. Mutmaßlich als „oberaffengeile Komödie um ein paar Typen in der Midlife-Crisis“ gedachte Komödie, die ohne jegliches Tempo daherkommt und mit einer laschen, aufgesetzt wirkenden Schlusspointe endet.

Mi., 29. September, 0.55 Uhr, ARTE

The Sisters Brothers (2018)

Sanft ironisches Westerndrama von Jacques Audiard, das die beiden gedungenen Revolverhelden Charlie und Eli Sisters 1851 im Auftrag eines gewissen „Commodore“ von Oregon an die Ufer eines goldführenden Flusses führt, um sie mit den Nachteilen einer ungesetzlichen Berufswahl und des Campens unter freiem Himmel zu konfrontieren. Von glänzend aufgelegten Hauptdarstellern wie John C. Reilly und Joaquin Phoenix getragen, erwächst auf sparsam eingesetzten Breitwandbildern einer ursprünglich-unverbrauchten Landschaft das sinnbildlich effektiv ausgestaltete Porträt zweier in Blutsverwandtschaft verbundener Brüder und Kontrahenten, die zwar Geschmack an den ersten Segnungen eines zivilisierteren Lebens, zum Beispiel der Zahnbürste, finden, aber kein gesteigertes Interesse an der Erfindung der Wasserspülung zeigen, die ihnen als Vertretern eines selbstbestimmten, freiheitlichen Daseins eher am Arsch vorbeigeht.

Sa., 25. September, 20.15 Uhr, Servus TV