Extreme Ghostbusters, Men in Black

Aufgemerkt, ihr Erdenwürmer, Couchkartoffeln und sonstigen Bewohner dieses Planeten! Die Zeiten, da ihr eure Spiderman-Heftchen heimlich unter der Bettdecke, im trüben Scheine einer Funzel lesen musstet, sind endgültig vorüber! Über ein Jahrhundert hat es gedauert, bis sich der Comic – und so auch sein Nachfahr, der Zeichentrickfilm, von seinem üblen Ruf des Schundes und Schmutzes befreit hat, und nun sogar – von einem der Großsender, wohlgemerkt! – ins ehrwürdige Vorabendprogramm gehievt wird. Schade nur, dass die jeweils eine halbe Stunde dauernden Folgen der beiden Zeichentrickserien Extreme Ghostbusters und Men in Black nahezu ein Drittel ihrer SAT.1-Sendezeit an die Werbung abtreten müssen. Schade auch, dass sie einen beide nicht sonderlich animieren, Al Bundy und Konsorten ausnahmsweise den Rücken zu kehren. Im Vergleich zu ihren großen Vorbildern, den mehr oder weniger gleichnamigen Spielfilm-Blockbustern, verhalten sie sich nämlich wie Fix und Foxi zu Mickey Mouse – und das war einmal der schlimmste Fluch, der auf einem lasten konnte. Ganz ähnlich, in etwa im Stile von „Malen nach Zahlen“ gestaltet, erschreckt „Die Rückkehr der Ghostbusters“ mit ungeheuer altbackenen Witzchen („Hast du deinen Führerschein in der Wüste gemacht?“ etc.), die in einem merkwürdigen Kontrast zu den bunten Frisuren der schrillen Gestalten stehen, aus denen Dozent Egon Spengler seine neue Geisterjägertruppe formiert, während „Das Alle-gegen-einen-Syndrom“, der erste Auftrag der „Men in Black“, immerhin mit ein paar coolen, überraschenden Sprüchen aufwartet. Wirklich komisch am Auftakt der „Extreme Ghostbusters“ ist einzig das offensichtlich vollkommene Desinteresse der restlichen Menschheit an paranormalem Humbug. Das mag man zwar extrem nennen, doch leider reicht das lange nicht, um das „Zeichentrickalter im Abendprogramm“ einzuläuten, wie es SAT.1 uns weismachen will. Mit diesen beiden Zeichentrickserien, die in der Subversivitätsskala noch unter der Biene Maja rangieren, schickt man höchstens ungeliebte Kinder ins Bett. Mit Taschenlampe, versteht sich.

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