Biikenbrennen – Der Fluch des Meeres

Alles Quatsch, denkt der knallharte Software-Unternehmer Fölster, seiner asthmakranken Tochter Johanna zuliebe von Berlin an die Nordsee verzogen, und verbietet das ihm unbekannte Traditionsfest des Biikenbrennen – eine Art Halloween für Küstenbewohner –, das ausgerechnet vor seiner Haustür stattfinden soll. Dummerweise entpuppt sich der faule Zauber aber als handfester Alptraum und Der Fluch des Meeres schlägt gnadenlos zu: Johanna löst sich in Luft auf. Wer sich für übersinnliche Phänomene und phantastische Abenteuer erwärmen kann, der wird höflich über das doch eher blasse Spiel eines Christoph M. Ohrt hinwegsehen und sich an dem klugen Drehbuch von Timo Berndt, der vorzüglich verzauberten Landschaft um Ottenkoog und einem diabolischen Heinrich Giskes erfreuen, der diesem insgesamt gelungenen Mystery-Thriller zusätzlich Gesicht verleiht.

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Wilde Engel

Das Heer der weiblichen Superhelden ist noch längst nicht komplett. Nach dem Import von James Camerons Science-Fiction-Serie „Dark Angel“, auch auf RTL erstausgestrahlt, schickt der Marktführer gleich drei Wilde Engel ins Primetime-Quotenrennen. Der so genannte Backdoor-Pilot der selbstproduzierten Actionserie arbeitet sich mit großem Bängbäng an einer immerhin plausiblen und beinahe aktuellen Kriminalstory ab: Eine Gruppe von Bundeswehrsoldaten plant mittels eines genialen Coups, die Euro-Umstellung für einen genialen Coup zu nutzen und damit für immer der kniffligen Frage „Wer wird Millionär?“ zu entgehen. Leider haben sie die Rechnung ohne die Kickboxerin Birgit Stauber gemacht, die in Eva Habermann tat- und in Susann Uplegger zahlungskräftige Unterstützung im Kampf gegen das Böse findet. Der augenscheinlich auf einen Kult spekulierenden „Drei Engel für Charlie“-Variante des Drehbuchautors Timo Berndt mangelt es zumindest in der ersten Folge an Charme und Witz, und auch die Chemie zwischen den frisch gebackenen Superheldinnen wirkt reichlich unausgegoren.

Tödliches Vertrauen

Viel ist nicht mehr los in den weitläufigen Wäldern um Kassel. Von Zeit zu Zeit trifft man auf einen Jogger, ein alter Mann füttert Vögel, und hier und da stößt man auf einen psychopathischen Frauenmörder. Schon seit Jahren werden in der Gegend fürchterliche Verbrechen verübt, die eines gemeinsam haben: Ein mysteriöser Unbekannter quält seine Opfer über längere Zeit, bevor er sie tötet. Der ermittelnde Kommissar (Christian Redl) steht buchstäblich im Wald, und auch als die neue ABM-Kraft unter den Forstarbeitern (Barbara Rudnik) einen kerngesunden Baum fällt und dabei eine weitere Frauenleiche entdeckt, geht ihm in der entstandenen Lichtung kein Licht auf. Wer diesem leider ziemlich hölzern geratenen Who-dunit-Thriller von Johannes Grieser (Regie) und Timo Berndt (Buch) sein Tödliches Vertrauen schenkt, der wird immerhin von einer vorzüglichen Besetzung entschädigt – in weiteren Rollen sind unter anderem Otto Sander und Thomas Sarbacher zu sehen.