Stille Nacht – Heilige Nacht

Die Weihnachtsvorbereitungen laufen auf Hochtouren. Während die einen Reißaus nehmen und sich auf einen Trip in die Einsamkeit der Berge machen, sacken die anderen schon einmal die Geschenke ein und überfallen, als Sankt Nikolaus getarnt, ein Kaufhaus. Bei den einen gibt es Streit, bei den anderen Verletzte und Tote, doch wie das Drehbuch so spielt kommen alle wieder glücklich zusammen und finden sich in der klaustrophobischen Enge einer Jagdhütte wieder. Mit seinem Psychothriller Stille Nacht – Heilige Nacht überspitzt Regisseur Thomas Stiller im Grunde nur, was Jahr für Jahr in deutschen Wohnzimmern unter dem Tannenbaum abläuft. Wo jedoch jeder mit Freund Heins Schlachtfest rechnen muss, da ist‘s mit der Harmonie endgültig Essig, und es entspinnt sich ein gelungener Kammerkrimi, der seine von diversen Lügengebäuden zusammengehaltenen Antihelden in eine Hölle aus Angst und Gewalt schickt. Eine eindrucksvolle Ensembleleistung krönt diesen höchst dramatischen Streifen.

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Night Sins – Der Mörder ist unter uns

Lieblos, wenn nicht herzlos haben Robert Allan Ackerman (Regie) und John Leekley (Buch) ihren nicht enden wollenden Zweiteiler Night Sins – Der Mörder ist unter uns heruntergekurbelt. Ein Psychothriller, der nicht nur sämtliche peinlichen Klischees des Genres in sich vereint (verdächtig zum Beispiel sind immer erst einmal mysteriöse, verquere Typen, die mit einem Glasauge größer als ein Monokel rumlaufen, später ist dann immer jeder verdächtig), sondern darüber hinaus auch noch versucht, praktisch ohne Spannung zu fesseln. Ein Debakel von Film, an dem lediglich die Grundidee stimmt: Das Böse lauert meist dort, wo man es nicht vermutet. Hier zum Beispiel.

Ich weiß noch immer, wo sie begraben ist

Eines schönen Tages schlägt die Stunde der Wahrheit für die drei Jugendfreunde Oliver, Charlie und Doc. Eigentlich gerade in einer Phase der Konsolidierung (es läuft im Job, bei den Frauen, und Nachwuchs kündigt sich auch an), meldet sich ausgerechnet jetzt die längst für verbuddelt geglaubte, mörderische Vergangenheit zurück. Die liegt in Gestalt einer Leiche auf einem Gelände vergraben, dass alsbald bebaut und also auch umgepflügt werden soll – höchste Zeit, das verräterische Corpus Delicti endgültig verschwinden zu lassen. Ich weiß noch immer, wo sie begraben ist, ein Psychothriller des  durchaus talentierten TV-Regisseurs Paul Shapiro, stützt sich auf ein zumindest in seinen Details interessant gestaltetes Buch von Eric Harlacher, das in Rückblenden die tragische Geschichte von vier Freunden einer studentischen Verbindung erzählt. Obwohl es dem Thriller in letzter Konsequenz völlig an Logik gebricht, lässt man sich bereitwillig von der Regie und den Darstellern durch einen geschickt aufbereiteten Schmonzes geleiten – eine trotz aller Belanglosigkeit unterhaltsame Betrachtung über Lausbubenstreiche der fataleren Art und ihre Folgen.

Blutspur des Todes

Ja, ja, so sind sie, die jungen Dinger. Können immer nur an das eine denken. Geht natürlich nicht gut: Kaum dem Lotterbett entstiegen, findet Nelly ihren Beschäler, der sie eigentlich auch noch mit einem Candlelight-Dinner beglücken wollte, mit einem Fleischermesser zwischen den Rippen. Tot. Doch das ist leider erst der Anfang. Bald schon häufen sich die Leichen, und Nelly muss sich ernsthaft fragen, ob sie diese Blutspur des Todes vielleicht eigenfüßig lostritt. Aufwändig fotografierter, ansonsten ganz auf die Kurzhaarfrisur von Sandra Speichert zugeschnittener, lächerlicher Psychothriller, der an verbalem Durchfall und einem völlig an den Haaren herbeigezogenen Ende leidet.

Der Mörder in meiner Nähe

Die Menschen können das Mausen nicht lassen. In Der Mörder in meiner Nähe haben wir es mit einem auf Lippenklau spezialisierten, manischen Killer zu tun, der sein Unwesen in den Villenvierteln Berlins treibt. In Bernd Böhlichs Beitrag zum Thema „Serienkiller erobern per Mattscheibe der Welt“ ermittelt Désirée Nosbusch eher farblos, dafür entspannt sich zwischen den drei zentralen Figuren der Geschichte ein wirklich abgründiger und vor allem von Henry Hübchen, Catherine Flemming und Dominique Horwitz fesselnd gespielter Psychothriller, der weniger an seinem Whodunit interessiert ist, sondern viel mehr an der unterkühlten Gefühlswelt des gemütskranken Trios: ein Schönheitschirurg, seine Frau und deren Bruder, der wiederum der Geschäftspartner des Herren in reinstem Weiß ist. Schlafen Sie friedlos …

Die Frau, die einen Mörder liebte

Muriel Baumeister in ihrer Rolle der Ärztin Corinna kennt keine Scheu vor außergewöhnlichen Situationen, die schon etwas Mut erfordern. Die Frau, die einen Mörder liebte lässt sich nicht von den Reaktionen ihrer Umwelt erschrecken und vertraut blind auf ihre Gefühle, als sie erfährt, dass sie sich in einen Gewalttäter verknallt hat. Der (Tobias Moretti), gerade erst aus dem Gefängnis entlassen, ist natürlich überhaupt nicht erfreut, dass seine neue Bekanntschaft im Zuge einer weiteren Serie von Morden an Prostituierten selbst auf die Idee kommen könnte, ihn für den Täter zu halten. Ein pseudodramatischer Psychothriller von Olaf Kreinsen, der seinem Anspruch, das diffizile Beziehungsgeflecht zwischen einer jungen Unschuld und einem traumatisierten Reuigen zum Anlass für eine Auseinandersetzung mit menschlichem Fühlen und Handeln zu nehmen, zu keiner Sekunde gerecht wird.

Das Teufelsweib

Sichtlich Spaß hat es Iris Berben gemacht, ihr Image als Sauberfrau gegen den Strich zu bürsten und wieder einmal Das Teufelsweib zu mimen. Gut auch, dass sie in Michael Mendl einen schwergewichtigen Widerpart hat – und mit Thure Riefenstein einen Liebhaber, der ebenso kantig agiert. Schade allerdings, dass der fürwahr diabolische Plot dieses Psychothrillers ein uralter Hut ist: Ein sich ach so sinnlich liebendes Paar ermordet den im Wege stehenden Gatten der Frau, freut sich auf die zu erwartenden Millionen aus der Lebensversicherungspolice des Toten, und bekommt es dafür mit einem quicklebendigen Racheengel zu tun. Nur für Fernsehzuschauer, die Iris Berben alias Lea ebenso hoffnungslos verfallen sind wie ihre TV-Partner Max und Paul.