Der Runner (2000)

Auf was man sich so alles einlässt, wenn man sich in die Bredouille gebracht hat. Tim Bergmann zum Beispiel in seiner Rolle des Journalisten Jan, der im Berlin einer beängstigenden Zukunft einfach nicht die Finger vom Glücksspiel lassen kann. Um seine Spielschuld zu begleichen, dient er sich einem Kreditinstitut der besonderen Art an: Er verkauft seinen Körper an die Organhändler von Lifecorps, einem ganz und gar verdorbenen Unternehmen. Für seinen Science-Fiction-Thriller Der Runner hat sich Michael Rowitz munter im Fundus der Endzeitvisionen bedient, und einen visuell ansprechenden, auf flott-morbide getrimmten TV-Unterhalter gedreht, der sich gar nicht erst die Mühe gibt, ein seriöses Anliegen vorzugaukeln. Marie Zielke als gnadenlose, im Herzen aber eigentlich gute Schuldeneintreiberin darf wie eine nymphomane C-Ausgabe von Nikita agieren, Doreen Jacobi mimt die politisch-korrekte und engagierte Ex-Frau, und  Sonja Kirchberger übernimmt den dämonisch-melodramatischen Part in diesem Film, der sich nach anderthalb Stunden deftiger Dramatik ein peinlich-kitschiges Happy End gönnt. Und wenn sie nicht gefleddert sind …

Schleudertrauma (2002)

„If I haven’t got an accident, I wouldn’t be here“ (John Giorno): In einem TV-Drama von Johannes Fabrick erleidet Tim Bergmann ein Schleudertrauma, nachdem er einen Autounfall mit tödlichen Folgen gebaut hat. Unter der etwas streng konstruierten Oberfläche – die Familie seiner verstorbenen Frau klagt ihn wegen fahrlässiger Tötung an, um das Sorgerecht für seinen sechsjährigen Sohn zu erstreiten – gibt es für den Zuschauer einen mitunter tief schürfenden Film voller interessanter Figurenentwicklungen zu entdecken.

Der weiße Afrikaner (2004)

Spannende Geschichten, meint man, sollten in Südafrika auf der Straße liegen. Stattdessen erlebt man mit Martin Enlens zweiteiligem Abenteuerfilm Der weiße Afrikaner eine aufwändig ausgestattete Gold-gräber-Story, die nicht nur wegen der Mitwirkung eines fast blinden Löwen eher an „Daktari“ als an die großen Vorbilder des Genres erinnert. Tim Bergmann in der Rolle des jungen Geologen Hans Merensky, der als kleiner Junge seine Eltern auf dem Schwarzen Kontinent verlor, buddelt sich auf der Suche nach Edelmetall durch eine lachhafte Kolportage-geschichte, die neben ein paar komödiantischen Elementen und groteskem Kitsch (vom Pistolenduell bis zur Entführung der Braut ist alles dabei) vor allem eines bietet: abgrundtiefe Langeweile. Böte der an Originalschauplätzen gedrehte Film (Kamera: Philipp Timme) nicht eine ganze Reihe beeindruckender Landschaftsaufnahmen, wäre er überhaupt keiner Erwähnung wert.