Alle lieben Raymond

Alle Menschen lieben es bekanntlich, auf dem Sofa zu sitzen, zu fernsehen, riesige Portionen sahniges Eis zu verdrücken und sich an der Hose rumzufummeln. Das ist sozusagen der gemeinsame Nenner der Menschheit, einer schrecklich netten Familie, die ob der Mühsal und der Entbehrungen des Lebens bisweilen all ihre hehren Ziele vergisst und nur noch irgendeine Sitcom einschalten möchte, um wieder etwas abzuschalten und mitzuerleben, dass es den anderen Familienmitgliedern auch nicht besser, vielleicht sogar noch schlechter geht. Aus eben diesem Grunde gibt es Typen wie Al Bundy, die ständig auf dem Sofa sitzen, fernsehen, fressen und saufen, und sich permanent am Sack rumkraulen, auf Fernsehbildgröße geschrumpfte Doubles der Dummheit, deren Klappe größer als ihr IQ ist. Wer über Al Bundy lacht, lacht über sich selbst, und das gleiche gilt auch für seinen jüngsten Bruder im Geiste. Auch Raymond (Ray Romano), weniger derb zwar, aber mit einem ebenso trockenen Witz ausgestattet, sitzt am liebsten auf dem Sofa, um fernzusehen, gigantische Portionen sahnigster Eiskrem zu verdrücken, und so weiter. Auch er hat eine Frau und Kinder, und auch ihn plagen die Mühsal und die Entbehrungen des Lebens. Und deshalb wird man ihn auch hierzulande lieben, etwas, dass die Amerikaner sich bereits seit 1996 zu erlauben erdreisten: Alle lieben Raymond.

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Cybill

Die amerikanische Sitcom Cybill um eine Schauspielerin jenseits der magischen Altersschallmauer von 40 (Cybill Sheridan alias Cybill Shepherd) lebt von einer schrecklich netten Neurotikertruppe. Abgesehen von ihren beiden Töchtern Zoey (Alicia Witt) und Rachel (Dedee Pfeiffer) und den beiden Ex-Ehemänner Jeff (Tom Wopat) und Ira (Alan Rosenberg) wird Cybill auch ständig von ihrer besten Freundin Maryann (Christine Baranski) belagert. Weitere Pluspunkte der Serie sind ihr trockener Witz und die ironischen Spitzen auf die Verlogenheit des Menschen im Allgemeinen und des Filmgeschäfts im Besonderen. Wo sonst hört man so herrlich ehrliche Bekenntnisse wie „Freitags sitz‘ ich eigentlich immer zu Hause und zwick‘ mich, bis ich blute“ oder „Tut mir leid wegen der Verspätung, aber diese Sitzungen der anonymen Kokser dauern immer ewig“?