Sara Amerika

Letztlich eher misslungen ist ein formal interessantes, aber über weite Strecken ermüdendes Wendedrama, das sich an die Fersen vierer Ritter von der traurigen Gestalt im Berlin des Jahres 1993 heftet. Sara Amerika von Roland Suso Richter stellt uns drei junge Herren und eine Frau unterschiedlicher Hautfarbe und Herkunft vor, die sich bei ihrer Suche nach dem persönlichen Glück immer wieder begegnen, schließlich aber in alle Himmelsrichtungen verlieren. Dennenesch Zoudé gibt eine Schwarze aus Amerika/Sachsen, die in der Hauptstadt ihrem Großvater und später in den Staaten ihrem Erzeuger begegnet, Thomas Heinze, Gregor Törzs und Oliver Korittke sind ihre männlichen Begleiter.

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Die Bubi-Scholz-Story

Dieser Mann will nach oben – und er schafft es. Auf der Sonnenseite des Lebens angelangt, befällt den Frauenschwarm vom Prenzlberg jedoch ein gehöriger Schatten. Bis zum Umfallen feiert er seinen Triumph und präsentiert sich auf zahllosen Promi-Parties als Erfinder des Cocktails „Rum-Reichen“. „Das ist Dostojewski“, bringt Götz George George die tragische Geschichte des Idols der Nachkriegszeit Gustav Scholz auf den Punkt. Dennoch wollte er die Rolle des alternden „Bubi“ ursprünglich nicht übernehmen – sie war ihm, wie der Berliner sagen würde – zu spack. Gut, dass ihn Regisseur Roland Suso Richter doch noch überreden konnte. Denn wie der Handwerker George sich diese Rolle erarbeitet hat, ist allemal knorke. Zum Beispiel, wie er wie ein wilder Stier und voll bis an die Kiemen die Leinwand mit Schlägen traktiert, um den Fight seines Lebens, den längst verlorenen Weltmeisterschaftskampf im Halbschwergewicht gegen Harold Johnson anno 1962, nachträglich doch noch für sich zu entscheiden. Oder wie er im Knast als „Opa Scholz“ beweist, dass er noch längst nicht zu alt ist, einen Möchtegern-Schulz (aus Frankfurt/Oder?) auf die Bretter zu schicken. Da nämlich ist der Herausforderer neese. Und das deutsche Fernsehen um eine mustergültige Produktion reicher.

Dresden

Die feierliche Weihe der Dresdner Frauenkirche im letzten Jahr gehört zweifellos zu den kulturellen Höhepunkten des noch jungen Jahrtausends, der Event-Zweiteiler Dresden definitiv nicht. Durchgehend in Distanz schaffendes Sepia getaucht, handelt der zehn Millionen Euro teure Antikriegsfilm von Roland Suso Richter brav Themen wie Hunger, Vertreibung und Gewalt gegen Kollaborateure ab, um sich nach einem besonders zäh inszenierten ersten Teil allmählich dem flammenden Inferno vom Februar 1945 zu nähern. Die Krankenschwester Anna (Felicitas Woll) verliebt sich in den abgeschossenen britischen Bomberpiloten Robert (John Light), der im Gegensatz zu seinen Kameraden fließend deutsch spricht und deshalb, wie praktisch, auch nicht untertitelt werden muss. Einmal mehr verbrämt teamWorx einen bedeutenden historischen Stoff mit einem kitschigen Arztroman, Autor Stefan Kolditz entreißt ein paar Kapitulationswitze dem Vergessen.