Geisterjäger John Sinclair

Als „Mystery-Crime-Serie“ kündigt RTL seinen durchwegs gelungenen Versuch an, das Niveau des deutschen Fernsehens auf den Nullpunkt zu drücken. Bisher hat man gottlob nur einen Pilotfilm und acht weitere Folgen in Auftrag gegeben, doch wenn auch diese Bastei-Lübbe-Verfilmung (nach „Dr. Stefan Frank“ u.a.) Anklang beim Publikum findet, dann stehen uns gruselige Zeiten ins Haus. Fürwahr als Verbrechen am guten Geschmack angelegt und der äußerst mysteriöse Versuch, ausgerechnet Kai Maertens („Ufos über Waterloo“) als Drei-Tage-Bart-Gentleman-Retter für eine total beknackte Menschheit zu etablieren, könnte der nach Jerry Cotton und Perry Rhodan drittbeliebteste unter den Groschenhefthelden bei bisher 1130 Romanabenteuern zu einer Dauerplage dieses Millenniums werden. Plumpe, billige Effekte, hölzernes Spiel und dummdreiste Dialoge in einer, summa summarum, kongenialen Umsetzung von Trivialliteratur – hier kommt Geisterjäger John Sinclair.

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Operation Phoenix – Jäger zwischen den Welten

Nach Ansicht der ersten Folge der Mystery-Serie Operation Phoenix – Jäger zwischen den Welten macht man sich ernsthafte Sorgen über die Beschaffenheit des menschlichen Geistes. Eine vom Bundesministerium des Inneren ins Leben gerufene Sonderkommission zur Untersuchung von ungelösten Kriminalfällen im Zusammenhang mit paranormalen Phänomenen mit den herkömmlichen Methoden der Polizei ermitteln zu lassen – das allein lässt schon das Schlimmste vermuten. Wenn aber schon in der ersten Folge ein U-Boot aus dem 2. Weltkrieg im Hamburger Hafen andockt, dem Wehrmachtssoldaten im Glauben, man habe den 2. Oktober 1944, entsteigen, dann weiß man endgültig, dass hier abnormale Spinner am Werk sind, denen kein Plot zu peinlich, kein Mord zu viel und keine Grimasse zu dumm ist, „den Mythos unserer Zeit in Frage“ zu stellen: „Den Glauben der Menschen, alles unter Kontrolle zu haben.“ Alle, die nicht Hitler heißen, bleiben bitte draußen.