Der Runner (2000)

Auf was man sich so alles einlässt, wenn man sich in die Bredouille gebracht hat. Tim Bergmann zum Beispiel in seiner Rolle des Journalisten Jan, der im Berlin einer beängstigenden Zukunft einfach nicht die Finger vom Glücksspiel lassen kann. Um seine Spielschuld zu begleichen, dient er sich einem Kreditinstitut der besonderen Art an: Er verkauft seinen Körper an die Organhändler von Lifecorps, einem ganz und gar verdorbenen Unternehmen. Für seinen Science-Fiction-Thriller Der Runner hat sich Michael Rowitz munter im Fundus der Endzeitvisionen bedient, und einen visuell ansprechenden, auf flott-morbide getrimmten TV-Unterhalter gedreht, der sich gar nicht erst die Mühe gibt, ein seriöses Anliegen vorzugaukeln. Marie Zielke als gnadenlose, im Herzen aber eigentlich gute Schuldeneintreiberin darf wie eine nymphomane C-Ausgabe von Nikita agieren, Doreen Jacobi mimt die politisch-korrekte und engagierte Ex-Frau, und  Sonja Kirchberger übernimmt den dämonisch-melodramatischen Part in diesem Film, der sich nach anderthalb Stunden deftiger Dramatik ein peinlich-kitschiges Happy End gönnt. Und wenn sie nicht gefleddert sind …

Nachtangst (2004)

Von furchtbaren Alpträumen gequält, leidet die junge Medizinstudentin Anna Sonnenberg (Marie Zielcke) unter einem gefährlichen Schlafdefizit – mehrfach droht sie in einen Sekundenschlaf mit möglicherweise fatalen Folgen zu fallen. Ihre Nachtangst wollen drei ehrgeizige Kommilitonen lindern, die einer sensationellen Entdeckung auf dem Gebiet der Schlafforschung auf der Spur sind und versuchen, bei einem ominösen Pharmakonzern den ganz großen Reibach zu machen. Wie schon mit seinem Organspende-Thriller „Der Runner“, ebenfalls ein Produkt aus dem Hause PRO 7, liefert Michael Rowitz auch hier einen Film auf ästhetisch hohem Niveau ab, der sich hinter seiner schicken Schale als vollkommen hohl erweist. Anstatt sich wirklich auf das Sujet Schlafentzug zu verlassen, bombardiert er den Zuschauer mit unmotiviert aus der Trickkiste des Spannungsfilms gegriffenen optischen Reizen, die ob ihres beliebigen Einsatzes auch nicht die offensichtlich angestrebte Suggestivkraft erzielen.