Wenn die Liebe verloren geht

Mit einem weiteren Film zum Thema Liebe wartet der gebürtige Berliner Tom Toelle auf, der nun schon seit fast 40 Jahren Regie für das Fernsehen führt. Wenn die Liebe verloren geht stellt die erfolgreiche Werbefotografin Luise ins Rampenlicht, die nach 20 Jahren Ehe von der fortwährenden Untreue ihres Mannes Georg erfährt. Dabei ist ihm ein ungewöhnlich differenziertes Frauenporträt gelungen, das sich ganz auf die Figur der empfindlich verletzten Luise konzentriert und meilenweit vom üblichen TV-Einerlei abhebt. Ulli Philipp in der Hauptrolle ist schlicht eine Offenbarung.

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Mia, Liebe meines Lebens

Hätte man in den 70er Jahren auf Eckhard Henscheid gehört und die Sexualität aufgrund der Trivialität der dazu nötigen Verrichtungen abgeschafft, manches wäre uns erspart geblieben. In diesen Tagen, da sich die klassische Dreifachbelastung der Männer (Bier, Weiber, Fußball) dank eines aktuellen sportlichen Großereignisses auf eine einfache Zweifachbelastung reduziert, werden im Alternativprogramm den Frauen zum Trost ein paar Konserven Kitsch gereicht, deren Verfallsdatum unbegrenzt scheint. Bei aller Liebe zum Groschen: Wenn man in solchen Ehren alt geworden ist wie Claudia Cardinale, dann sollte man sein Gnadenbrot (12 Millionen Mark verschlang die deutsch-italienische Koproduktion) nicht in einem Liebestöter wie dem dreiteiligen Dauerlangweiler Mia, Liebe meines Lebens fristen müssen – und schon gar nicht als sorgende Mutter eines dilettierenden irischen Rotschopfs (Lise Hearns), der fern der Heimat im sündigen Rom die große Liebe aufs Spiel setzt.

Bobby

Stellen Erwerbslose in diesem Land eine von der TV-Wirklichkeit wenig beachtete Mehrheit, so können sich Behinderte erst recht einer Außenseiterposition im Fernsehen rühmen. Auch das Familiendrama Bobby von Vivian Naefe (Regie) und Gabriela Sperl (Buch) bemüht sich darum, Verständnis für eine Gruppe benachteiligter Menschen zu wecken. Hier findet man sich in einem konventionell erzählten TV-Movie wieder, in dem Gut und Böse glasklar getrennt sind. Veronica Ferres gibt eine couragierte Verfechterin fortschrittlichen Denkens, und so gelingt es dem schwulen Jojo (Markus Knüfken), die Vormundschaft für seinen unter dem Down-Syndrom leidenden Bruder Bobby (Bobby Brederlow) zu erstreiten. Erfrischend unprätentiöse und aufrechte Unterhaltung zur Haupteinschaltzeit, der man allerhöchstens vorwerfen könnte, dass sie die Nöte des Homosexuellen zugunsten derer des Titel gebenden Helden zu sehr in den Vordergrund stellt.