Jacks Baby (1999)

Dass die deutsche Liebes- und Beziehungskomödie gelegentlich über gewisse Kompetenzprobleme zu klagen hat, war bekannt. Nun aber plagen sie auch noch Potenzschwierigkeiten und beschäftigen sich deshalb mit der bohrenden Frage, was den deutschen Mann weich macht – und wie er dennoch zum Kind kommt. Da wäre zunächst einmal der Typus Geschäftsfrau (logo: in der Werbebranche), beruflich erfolgreich, folglich solo, kinderlos, latent frigide und massiv frustriert. Ausgerechnet Deutschlands Vorzeigeliebchen Veronica Ferres als etepetete Schlipsträgerin, die in einem romantischen Rocker ihren Traum-Samenspender erblickt und pünktlich zum Eisprung zum gut dotierten Rendezvous bittet – klar, dass da Jan Josef Liefers keinen mehr hoch kriegt. Klar aber auch, dass alles mit den Worten „Ich liebe dich“ endet und Jacks Baby doch noch den richtigen Paps kriegt. Hier stimmt nicht nur jedes Klischee, sondern auch die Marktstrategie der Herren Dietl (Koproduzent) und Liefers, der gleich auch noch Regie führt, zwei eigene Songs singt und sich in einer augenscheinlichen Selbstkopie als sympathischer Loser gefällt.

Schweigen ist Gold (2000)

Jede Menge jugendlichen Charme versprüht die NDR-Produktion Schweigen ist Gold, in der Mavie Hörbiger als Jenny und Roman Knizka als Ben ein modernes Bonnie-und-Clyde-Paar abgeben. In ihrer gelungenen Mischung aus Liebes- und Gaunerkomödie lotsen Sabine Landgraeber (Regie) und Regine Kühn (Buch) durch einen mit zahlreichen Wendungen gespickten Plot, der die kleinen Fische ins Wasser zurück wirft, um es den großen Verbrechern ein für alle Mal abzugraben. Ein hübscher Film voller kurioser Banküberfälle, der lustvoll die Vielzahl der stereotypen Motive des Krimi-Genres bedient und zugleich unterwandert. Allein Leslie Maltons Darstellung der hinreißend opportunistischen Mutter von Jenny hebt diesen Film in die Kategorie „turboaffengeil“.

Verdammte Gefühle (2002)

Vom Presseinfo noch als „turbulente Liebeskomödie“ angekündigt, präsentiert sich die haarsträubende Kolportage-Geschichte Verdammte Gefühle als zuweilen unfreiwillig komisches Drama, das Jette Glücklich ganz unglücklich macht. Die allein erziehende Mutter eines nahezu erwachsenen Sohnes und alleinige Chefin eines Ein-Personen-Catering-Unternehmens (Barbara Rudnik) begegnet ihrer großen Liebe Mario alias Thomas Sarbacher wieder, was zu allerlei Gesichtsmuskelübungen seitens der Hauptdarsteller und beinahe sogar zu einer Inzesttragödie führt. Als Drama vollkommen indiskutabel und als Komödie ein schlechter Witz.

Der Boxer und die Friseuse (2004)

Als der junge Profiboxer Mirco kurz vor seinem ersten Kampf seinen Promoter (Tilo Prückner) umhaut, verspielt er den letzten Kredit bei seinem Lebensgefährten Fränki, der sich die ganze Zeit rührend um ihn gekümmert hat – und das, obwohl er seit seiner Haftentlassung den Frauen nachsteigt und behauptet, er sei „nur knastschwul“. In der Liebeskomödie Der Boxer und die Friseuse, mit der Hermine Huntgeburth und Drehbuchautor Eckhard Theophil („Männerpension“) einmal mehr ihren köstlichen Sinn für Humor beweisen, haben Ulrich Noethen und Hinnerk Schönemann zwei wunderbare Charaktere geschaffen. Hier trifft ein breitbeiniger Kraftprotz und Einfaltspinsel, der trotzig versucht, seinen eigenen Weg zu gehen, und dabei überall aneckt, auf einen romantischen Feingeist von Starfriseur, bei dem aber auch schon mal die Sicherungen durchbrennen. Paradeschwule wie bei Michael „Bully“ Herbig sucht man in dieser Komödie glücklicherweise vergeblich.

Mr. und Mrs. Right (2004)

Das Gute kann so nah sein, doch davon ahnen die beiden Münchener Mittdreißiger Louise und Felix nichts. Maria Furtwängler als flirtfreudige Cateringunternehmerin und Matthias Brandt als phlegmatischer Wirtschaftsjournalist frotzeln sich in diesem Liebesfilm mit stark komödiantischem Einschlag nach Herzenslust an, begreifen aber erst viel zu spät, dass sie eigentlich Mr. und Mrs. Right sind. Die Folge: beide verlieben sich jeweils in einen anderen Partner und realisieren erst dann, wie wichtig ihnen ihre Zuneigung zueinander ist. Zum Ende rückt Torsten C. Fischers heiterer Reigen nach einem Drehbuch von Hans-G. Raeth und Sathyan Ramish zwar leider bedrohlich in die Nähe des Kitsches, bis dahin allerdings bietet er weitgehend intelligente und oft auch überraschend einfallsreiche TV-Unterhaltung. In weiteren tragenden Rollen sind Marie Lou Sellem als beziehungsgeschädigte Träumerin und Udo Wachtveitl als reuiger Tausendsassa zu sehen.