Paterson (2016)

Auf erfrischende Weise unprätentiöses und stilles, poetisch-komödiantisches Liebesdrama von Jim Jarmusch über einen dichtenden Busfahrer in New Jersey und seine vielseitig interessierte Frau Laura (Golshifteh Farahani), die ganz im Gegensatz zu ihrem gleichförmig zufriedenen Gatten Paterson (Adam Driver) ständig vor neuen Ideen übersprudelt und praktisch täglich das gemeinsame Heim neu dekoriert. Dieses lebensphilosophisch wertvolle Filmgedicht von einzigartiger Schönheit lädt seinen Zuschauer in eine fremde und seltsame Welt der Demut, der Vergänglichkeit und des schöpferischen Denkens ein, sich auf vielfältige Weise an seiner eigenen Beobachtungsgabe zu erfreuen.

Mo., 25. Mai, 22.30 Uhr, ARTE

Die verlorene Zeit (2011)

Überzeugend geschildertes Kriegs- und Liebesdrama von Anna Justice, das als Schilderung der dramatischen Lebensumstände Ende des 2. Weltkriegs, vor allem aber als bewegende psychologische Studie einer gut situierten Amerikanerin zu gefallen versteht, die ihre Jugendliebe Tomasz seit Jahren für tot hält, dann aber durch einen Zufall mit der Möglichkeit konfrontiert wird, dass er die Nachkriegswirren doch überlebt haben könnte.

Do., 30. April, 23.35 Uhr, NDR

Kirschblüten – Hanami (2008)

Romantisches Ehe- und Familiendrama von Doris Dörrie, das Fritz Wepper in der Rolle des Rudi nach dem unerwarteten Tod seiner Frau nach Japan führt, wo er unter der verständigen Mithilfe einer Zufallsbekanntschaft versucht, ein Lebensversäumnis wiedergutzumachen und Abschied von seiner verstorbenen Frau zu nehmen. Thematisch anrührender Film über die Vergänglichkeit des Lebens, der in der stereotypen Darstellung seiner Familienproblematiken erhebliche Defizite aufweist und zudem durch die fehlenden Kontraste und grellen Farben einer minderwertigen Kameraausrüstung negativ auffällt. Fritz Wepper und seine Filmpartnerin Hannelore Elsner bieten eine überdurchschnittliche Leistung, während sich das bestenfalls solide Drehbuch mitunter auch an Peinlichkeiten, zum Beispiel einer Stäbchen-„Exhumierung“ gegen Ende des Films, versucht.

Fr., 10. April, 22.25 Uhr, 3 SAT

Slumdog Millionär (2008)

Vielfach überbewertetes britisches Bollywood-Liebesdrama von Danny Boyle, das seine abenteuerliche Schilderung einer bewegten Jugend in Indien anhand der Quiz-Fragen eines TV-Moderators der beliebten Fernsehshow „Wer wird Millionär?“ erzählt und mit oberflächlicher Gesellschaftskritik garniert. In seiner adrenalingeschwängerten Inszenierung am Erfolg von „City of God“ orientiert, erweckt dieser Film eher den Eindruck einer elendstouristischen Stipvisite mit dauerfröhlichen Kindern in einer farbenprächtig fotografierten, peripheren Welt.

Sa., 22. Februar, 20.15 Uhr, SERVUS TV

Forrest Gump (1994)

Warmherzig-komödiantisches Liebes- und Kriegsdrama mit Tom Hanks in der Rolle des titelgebenden Antihelden, der mit einem IQ von 75 und seiner bodenständigen Art zum Kriegshelden wird, als Tischtennis-Spieler nationalen Ruhm erlangt und seinem Freund Lieutenant Dan Taylor (Gary Sinise) sowie seiner großen Liebe Jenny (Robin Wright) bedingungslos treu ergeben ist.

So., 16. Februar, 22.10 Uhr, SAT.1

Public Enemies (2009)

Biografisch-amouröses Gangsterdrama, in dem Johnny Depp als „Staatsfeind Nr. 1“ von der Polizei gejagt wird, immmer wieder aus dem Gefängnis ausbricht, schließlich aber selbst einsehen muss, dass er als Bankräuber ein auslaufendes Geschäftsmodell verfolgt. Hochkarätig besetzt, hochwertig fotografiert, in der Anlage der Hauptfigur hochgradig heroisch, aber freizügig bezüglich der historischen Wahrheit, gefällt dieser an der Lebensgeschichte John Dillingers orientierte Film vor allem als nostalgisch überhöhtes, actionreiches Liebesdrama.

Do., 23. Januar, 23.10 Uhr, ZDF Neo

Auguste Rodin (2017)

Lebenskluge Künstlerbiografie von Jacques Doillon unter besonderer Berücksichtigung des schwierigen Liebesverhältnisses zu seiner Kollegin Camille Claudel, die er – fortschrittlich in ihrem künstlerischen Empfinden, aber hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Stellung in klassischen Rollenbildern gefangen – als Seelenverwandte hochschätzt und liebt, aber wegen „älterer Verpflichtungen“ nicht heiraten möchte. Vor allem in der männlichen Hauptrolle bemerkenswert gespielt, überzeugt dieser Film als dramatisches Zeitzeugnis einer unmöglichen Liebe, aber auch als späte Würdigung eines außergewöhnlichen Künstlers.

So., 19. Januar, 20.15 Uhr, Kinowelt TV