Hin und weg

Heiß in Liebe entbrannt lernen wir David (Daniel Brühl) in seinem ersten Film kennen, den er gemeinsam mit Vater Hanno auf dem Regiestuhl realisierte. Und tatsächlich: Diese für eine Staffel der „Wilden Herzen“ entstandene Love-and-Crime-Story erweist sich auf den ersten Blick als liebenswert. Absolut glaubwürdig in den Charakteren, glänzend gespielt und ungemein spannend entwickelt sich hier eine mitreißende Achterbahnfahrt der Gefühle, die lediglich ganz zum Schluss unter einem etwas erzwungenen Happy End leidet. Von Brühls Filmpartnerin Katharina Schüttler jedenfalls ist man von Anfang an Hin und weg.

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Sehnsucht

Wie jeder Mensch wird auch die junge Psychologiestudentin Lisa von einer Sehnsucht getrieben, und so sehen wir sie eingangs des Films, wie sie vergeblich das Gespräch mit einem Verflossenen sucht, der sie kurzerhand über die Fernsprechanlage abblitzen lässt. Außer sich vor Wut rennt Lisa zum Training und gleich darauf gegen eine weitere Wand, landet in der Notaufnahme und verliebt sich dort in ihren Chirurgen. Geht es anfangs Schlag auf Schlag, so konzentriert sich Ciro Cappellaris Psychodrama im Folgenden ganz auf die fatale Liebesbeziehung zwischen einer Frau mit einer Affinität zu Problemen und einem Mann mit einem Problem: Alexander (Misel Maticevic) ist Alkoholiker. Nach einem Drehbuch von Tobias Stille ist ein vielschichtiges Drama entstanden, das vor allem von der intensiven Präsenz seiner Hauptdarstellerin Katharina Schüttler profitiert und so komplexe Themen wie Sucht, Opferbereitschaft und Selbstaufgabe auf weitgehend überzeugende Weise thematisiert.