Schleudertrauma

„If I haven’t got an accident, I wouldn’t be here“ (John Giorno): In einem TV-Drama von Johannes Fabrick erleidet Tim Bergmann ein Schleudertrauma, nachdem er einen Autounfall mit tödlichen Folgen gebaut hat. Unter der etwas streng konstruierten Oberfläche – die Familie seiner verstorbenen Frau klagt ihn wegen fahrlässiger Tötung an, um das Sorgerecht für seinen sechsjährigen Sohn zu erstreiten – gibt es für den Zuschauer einen mitunter tief schürfenden Film voller interessanter Figurenentwicklungen zu entdecken.

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Die Ohrfeige

Bankdirektor Friedrich Gelmini (Herbert Knaup) bekommt von seiner hysterischen Frau Margarete gleich des Morgens eine geschallert, weil sie „mit eigenen Augen“ geträumt hat, dass er sie betrügt. Die Ohrfeige löst eine Kettenreaktion aus, die eine Reihe ohnehin schon missgelaunter Personen erst an den Rand der Verzweiflung treibt und sie dann zu ganz neuen Erkenntnissen führt. Zu nennen wären der manisch-zweiflerische Komponist und Pianist Alexander (Alexander Lutz), der auf Umwegen die panisch kontrollbesessene Werbefachfrau Julia (Julia Stemberger) kennenlernt, die überarbeitete Kellnerin Elisabeth (Mavie Hörbiger), sowie der vom Pech verfolgte Lehrer Ferdinand, der seinen Frust an Gelminis Sohn Oliver auslässt. Regisseur und Autor Johannes Fabrick liefert hier eine reichlich brave, zuweilen immerhin gut pointierte Komödie ab, die auf naive Weise für mehr Mut zur persönlichen Eigenbestimmung wirbt.