Gefangen im Jemen

Mit seinem Film Gefangen im Jemen kehrte Peter Patzak in die harte Welt der Männerrivalitäten zurück und schickte seinen „Joker“ Peter Maffay in die Wüste, sich mit seinem Sohn auszusöhnen und dessen abenteuerlustigen Freunde vor den Gefahren einer Motorradtour im aufständischen Norden des Landes zu schützen. Was ihm, obwohl er tapfer Tretminen stemmt und als einziger Kenner der jemenitischen Gepflogenheiten wacker gegen die ahnungslosen Greenhorns aus Deutschland annuschelt, letztlich nicht gelingen mag. Neben einem zuweilen arg nervenden Heldenpathos sind Peter Patzak ein glaubwürdiges Bild der politischen Umstände im Jemen und ein spannendes Geiseldrama gelungen – und wirklich beeindruckende Bilder, die sich auf angemessene Weise vor der wilden Schönheit der Wüste verneigen.

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Die Geiseln von Costa Rica

Geradezu peinlich ist die Angewohnheit von PRO 7, sich einerseits ständig den Anstrich eines Tourismusexperten zu geben (regelmäßig erfährt man aus den so genannten der Presse zugespielten Hintergrundinformationen Wissenswertes über die „Naturparadiese“ der Welt) und andererseits pausenlos vor den Gefahren im Ausland zu warnen. Erst wird Peter Maffay „Gefangen im Jemen“, diesmal erwischt es Suzanne von Borsody und Nina Hoss: Die Geiseln von Costa Rica, überraschenderweise weniger als Geiseldrama denn als Amour fou angelegt, schildert die überraschende Wandlung einer reise- und lebenslustigen Ost-Maus, die ihren inneren Maschendrahtzaun überwindet und sich in ihren Entführer, einen nicaraguanischen Contra-Rebellen verliebt. Nun glauben zwar auch wir, dass die Liebe immer wieder einmal hinfallen kann und dass im Busch höllisch viel los ist. Dieser beschworenermaßen auf einer wahren Begebenheit beruhenden Wende eines unpolitischen deutschen Girlies zur Revoluzzerin verleihen wir dennoch die erste goldene Kichererbse des Jahres. Wenn „Das Mädchen Rosemarie“ Nina Hoss in einer breit ausgewalzten Szene gewohnt Nitribitt-like rituelle Kriegsbemalung mit Body-Painting verwechselt, dann hat dieser Film seinen Höhepunkt an Lächerlichkeit erreicht.