Die Unicorn und der Aufstand der Elfen

Alle Jahre wieder stampft Hallmark Entertainment einen Millionen Dollar schweren, zumeist zweiteiligen „Eventfilm“ aus dem bodenlosen Fass der Mythen, Legenden und Sagen. Aus dem schier unerschöpflichen Fundus des uns überlieferten Personals haben sie diesmal eine Hand voller Elfen und Zwerge gezogen, deren schnuckelige Parallelwelt aus dramaturgischen Gründen von bösen Trollen bedroht ist. Mit einem namenlosen, als Einhorn verkleideten Klepper und Beau Bridges als Zugpferd international hochkarätig besetzt, dümpelt Die Unicorn und der Aufstand der Elfen durch eine weitere märchenhaft-kitschige, aber vergleichsweise kostengünstige Abenteuergeschichte, die sich im Vergleich zu der früheren „Arche Noah“-Verfilmung wie eine Nussschale ausnimmt. Ein unmissverständlich symbolischer Film für die ganze Familie, den sicher nicht nur das amerikanische Volk richtig zu deuten versteht.

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Jagd auf den Schatz der Riesen

Wer bisher geglaubt hat, dass es sich bei dem Märchen „Jacob und die Bohnenranke“ um eine fantastische Hirngeburt handelt, der sieht sich getäuscht. Der aufwändig produzierte, zweiteilige Justizthriller Jagd auf den Schatz der Riesen belegt, dass der Reichtum auf Erden das Resultat eines vor 390 Jahren begangenen feigen Verbrechens ist, dem nicht nur der liebenswürdige Lulatsch Thunderdell, sondern die ganze Parallelwelt der Großwüchsigen zum Opfer fiel. Wer sich einen Teil seines kindlichen Gemütes bewahrt hat, wird diese mit Matthew Modine, Mia Sara und Jon Voight in den Hauptrollen bestechend besetzte Fantasy- und Abenteuermär von Hallmark Entertainment mit wachsendem Amüsement betrachten.

Taxandria

Im fernen Taxandria verschmelzen eingefleischte Vollblutschauspieler wie Armin Mueller-Stahl oder Katja Studt mit den surrealistischen Visionen des Malers und Animationsfilmers Raoul Servais. Vier Jahre lang bastelten die Techniker an der optimalen Mischung der digitalen und realen Bilder, und das Ergebnis gibt ihnen recht: „Taxandria“ ist nicht nur eine der teuersten europäischen Koproduktionen geworden, sondern auch einer seiner wertvollsten Beiträge zum phantasievollen Umgang mit dem Medium Film. Dabei ist die Fabel des zeitlosen Märchens vergleichsweise einfach: Gemeinsam mit dem Leuchtturmwärter Karol lernt der junge Prinz Jan – anstatt mit seinem Privatlehrer schnödes Schulwissen zu büffeln – die Macht der Kontrolle als hohle Hülle und den Geschmack von Freiheit und Gefangenschaft kennen.