Lilly unter den Linden

… ist eine sehenswerte Familientragödie von Erwin Keusch. 1988: Die 13-jährige Lilly ist vaterlos aufgewachsen und soll nach dem frühen Tod ihrer Mutter bei einer Pflegefamilie untergebracht werden – doch Lilly will lieber zu Lena, ihrer Tante aus Jena, die sie kürzlich bei der Beerdigung ihrer an Krebs verstorbenen Mama kennenlernte, und flüchtet vor dem Zugriff der westlichen Behörden in den gar nicht so begeisterten Schoß der Familie im Osten. Eine ausgesprochen anrührend erzählte emotionale Geschichte, die kenntnisreich an die politisch-gesellschaftlichen Zustände im Deutschland des Kalten Krieges erinnert und bestechende Bilder für das archaische Thema Erbmasse findet. In einem bis in die Nebenrollen sehenswert besetzten Ensemble glänzen Suzanne von Borsody als Lena und die zur Entstehungszeit des Films erst 15-jährige Cornelia Gröschel, die ihre schwierige Rolle zwischen kindlicher Unbeschwertheit und tiefem Kummer mit Bravour meistert.

Werbeanzeigen