Der Runner

Auf was man sich so alles einlässt, wenn man sich in die Bredouille gebracht hat. Tim Bergmann zum Beispiel in seiner Rolle des Journalisten Jan, der im Berlin einer beängstigenden Zukunft einfach nicht die Finger vom Glücksspiel lassen kann. Um seine Spielschuld zu begleichen, dient er sich einem Kreditinstitut der besonderen Art an: Er verkauft seinen Körper an die Organhändler von Lifecorps, einem ganz und gar verdorbenen Unternehmen. Für seinen Science-Fiction-Thriller Der Runner hat sich Michael Rowitz munter im Fundus der Endzeitvisionen bedient, und einen visuell ansprechenden, auf flott-morbide getrimmten TV-Unterhalter gedreht, der sich gar nicht erst die Mühe gibt, ein seriöses Anliegen vorzugaukeln. Marie Zielke als gnadenlose, im Herzen aber eigentlich gute Schuldeneintreiberin darf wie eine nymphomane C-Ausgabe von Nikita agieren, Doreen Jacobi mimt die politisch-korrekte und engagierte Ex-Frau, und  Sonja Kirchberger übernimmt den dämonisch-melodramatischen Part in diesem Film, der sich nach anderthalb Stunden deftiger Dramatik ein peinlich-kitschiges Happy End gönnt. Und wenn sie nicht gefleddert sind …

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Todeslust

Notdürftig durch etwas Unterwäsche getarnt, schleicht sich Doreen Jacobi als gewiefte Undercover-Polizistin Vanessa in das Privatinstitut des Kamasutra-Lehrmeisters Josef Hecht ein, um dort den bestialischen Mord an dessen ehemaliger Frau und Geschäftspartnerin Monika aufzuklären. Wer nun ob des semantisch irreführend gewählten Titels Todeslust eine Unterrichtseinheit in suizidaler Nekrophilie oder dergleichen erwartet, liegt schief. Michael Keuschs des Öfteren in unfreiwillige Komik kippendes Mörderspiel zeugt einmal mehr von der Unbeholfenheit des Mediums Film gegenüber erotischen Stoffen – und mit indischer Liebeskunst hat es schon gar nichts zu schaffen.