Deine besten Jahre

Vera Kemp, 36, hat sich zeit ihres Lebens ausschließlich mit den schönen Dingen dieser Welt umgeben. Die Leitung der Geschäfte hat die kunstbeflissene Firmenerbin ihrem schönen Mann überlassen, auf ihrem schön gedeckten Tisch brennen Kerzen, und wenn sie, wie heute, Geburtstag hat, dann kann sie sich sicher sein, dass ihr eine schöne Überraschung ins Haus im Grünen steht. Wie schon in seinem letzten Fernsehfilm „Bittere Unschuld“ nimmt sich Dominik Graf auch hier den drängenden Problemen an, die die High Society plagen: Ehebruch, Familiendünkel, knallharter Konkurrenzkampf, wenn es ums Geld geht. Dies alles, kameratechnisch virtuos und durchaus fesselnd in Szene gesetzt, mögen wir dennoch nur den relativ seltenen frustrierten Millionärsgattinnen dieses Landes zur Ansicht empfehlen – und Hauptdarstellerin Martina Gedeck, dass du, wenn du die persönliche Anrede erlaubst, Deine besten Jahre nicht noch einmal mit einer derart überflüssigen Story verschwendest. Kurzfassung unter höflicher Auslassung der Elemente, die frustrierte Millionärsgattinnen interessieren: In behütetem Reichtum Aufgewachsene entdeckt das Böse in der Welt, schluckt erst mal Pillen und liest dann einen sie rettenden Brief vor. Tragic!

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