Racheengel – Stimme aus dem Dunkeln

In Weißkittelkreisen wird man diesen Thriller nicht diskutieren, untermauert er doch die weit verbreitete Ansicht, der wahre Irre sei der Seelenklempner. Mit Racheengel – Stimme aus dem Dunkeln ist Götz George im aufregenden Kosmos der Serienmörder gestrandet: als gescheiterte Koryphäe der Psychiatrie, die sich – inzwischen selbst ein Fall für Bonnies Ranch – zum Richter so „minderwertiger, abartiger Geschöpfe“ wie Sexualverbrecher aufschwingt. Besonderer Coup für den „Nervenkitzel am Freitag“: Neben „Schimanski“ mimt mit „Sperling“ Dieter Pfaff gleich noch ein zweiter Kriminaler einen manischen Mörder. Ein zugegebenermaßen spannender Anstalts-Thriller von Thorsten Näter, der neben seiner Starbesetzung allerdings auch ein Klischee nach dem anderen auffährt. Trost bietet da nur die vom Sender dankenswerter Weise beigefügte „Hintergrund-Information“: „Niemand kann unter Hypnose zu Handlungen überredet oder gar gezwungen werden, die er eigentlich ablehnt.“

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Verhängnisvolles Glück

Als Witwer Christoph hat Dieter Pfaff einmal mehr eine Glanzleistung an Einfühlungsvermögen abgelegt. Dessen Verhängnisvolles Glück besteht darin, sich ausgerechnet in eine Frau zu verlieben, die nicht nur seine Tochter sein könnte, sondern auch ist. Was sich auf dem Papier wie Kolportage ausmacht – 50-jähriger Banker lernt eine junge Prostituierte kennen und will sie aus ihrem Milieu befreien – erweist sich als vielschichtige Betrachtung des menschlichen Wesens mit all seinen Stärken und Schwächen. Die von Autor Johannes Reben ausgesprochen wahrhaft und lebendig gestalteten Charaktere werden von einem durchwegs überzeugenden Ensemble gegeben, und auch Regisseur Thorsten Näter hatte ein glückliches Händchen für diesen ungewöhnlich dicht gestalteten, archaischen Stoff.