Slumdog Millionär (2008)

Vielfach überbewertetes britisches Bollywood-Liebesdrama von Danny Boyle, das seine abenteuerliche Schilderung einer bewegten Jugend in Indien anhand der Quiz-Fragen eines TV-Moderators der beliebten Fernsehshow „Wer wird Millionär?“ erzählt und mit oberflächlicher Gesellschaftskritik garniert. In seiner adrenalingeschwängerten Inszenierung am Erfolg von „City of God“ orientiert, erweckt dieser Film eher den Eindruck einer elendstouristischen Stipvisite mit dauerfröhlichen Kindern in einer farbenprächtig fotografierten, peripheren Welt.

Sa., 22. Februar, 20.15 Uhr, SERVUS TV

Mary & Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet? (2009)

In liebevoller Handarbeit gefertigter Knet- und Stop-Motion-Animationsfilm von Adam Elliot, der seinem Publikum die tragikomische Geschichte einer ungewöhnlichen Brieffreundschaft zwischen einem New Yorker Sonderling und einem einsamen australischen Mädchen namens Mary Daisy Dinkle erzählt, das sich nach anfänglicher Euphorie über den neugewonnenen Briefkontakt am Boden zerstört im Selbstmitleid suhlt, als dieser den Schriftverkehr für längere Zeit unterbricht. In hohem Maße fantasievoll gestaltet und zwischen bitterem Sarkasmus und anrührender Anteilnahme für seine Figuren ausbalanciert, wirbt dieser zugleich an „Wallace & Gromit“ und „Sin City“ erinnernde Film um mehr Nachtsicht und Verständnis für jedwede Form menschlicher Macken, wenn der unter Panikattacken leidende Max Jerry Horowitz, als jüdischer Atheist und ehemaliger Kommunist strikt auf ein „symmetrisches“ Leben bedacht, zwischenzeitlich in der Nervenheilanstalt landet oder die Typen seiner Schreibmaschine wutentbrannt um das „M“ reduziert.

Fr., 21. Februar, 20.15 Uhr, Kinowelt TV

Das Monster (1994)

Nicoletta Braschi alias Jessica Rosetti versucht als verdeckt ermittelnde Polizistin vergeblich, den mutmaßlichen Frauenmörder Loris zu einer Schandtat zu bewegen – und küsst Roberto Benigni: Auf Situationskomik und anzüglichen Slapstick bauende Komödie, in der Autor, Regisseur und Hauptdarsteller Roberto Benigni auf den Spuren von Krawallkomikern wie Louis de Funès und Rowan Atkinson wandelt. Das Erschreckende an diesem Film ist nicht die peinlich missglückte Thematik – ein tölpelhafter Kleinganove wird für einen Sexualmörder gehalten -, sondern der Umstand, dass der Film trotz gelegentlich gelungener Untertöne keine einzige gute Pointe enthält.

Mi., 19. Februar, 20.15 Uhr, Kinowelt TV

Small Soldiers (1998)

Kisten Dunst wird ausgerechnet zu ihrer Lieblingsmusik von Led Zeppelin von ihren eigenen Barbie-Puppen überwältigt, gefesselt und geknebelt, setzt sich mittels eines Golfschlägers und eines Rasenmähers zur Wehr – und küsst Gregory Smith: Tricktechnisch überzeugende Action-Abenteuerkomödie mit einer Reihe gelungener gesellschaftssatirischer Momente, in der sich zwei neuartige Spielzeugfiguren-Fraktionen des Herstellers Globotech gegenseitig bekriegen – die „Commando Elite“, bärbeißige Muskelpakete von Killer-Soldaten, und die „Gorgonites“, lustige Creaturefiguren, vom Hersteller als Opfer der „Commando Elite“ konzipiert und programmiert.

Di., 18. Februar, 22.40 Uhr, SYFY

RoboCop (1987)

Sci-Fi-Actionkrimi von Paul Verhoeven als ätzende Satire auf die ignorant-arrogante Haltung der amerikanischen Medien, die allesbeherrschende Macht von Multikonzernen und eine gewaltverliebte Kinolandschaft gleichermaßen. Geschickt in der Auswahl der Erzählperspektive, von den Sehgewohnheiten eines heutigen Publikums aber längst überholt, wirken die Stop-Motion-Animationen des Polizeiroboter-Vorläufers ED-209 auf groteske Weise komisch und bringen den Film in Gefahr, nur als ironisch gefärbtes Baller-Movie wahrgenommen zu werden.

Mo., 17. Februar, 20.15 Uhr, TNT Serie

Forrest Gump (1994)

Warmherzig-komödiantisches Liebes- und Kriegsdrama mit Tom Hanks in der Rolle des titelgebenden Antihelden, der mit einem IQ von 75 und seiner bodenständigen Art zum Kriegshelden wird, als Tischtennis-Spieler nationalen Ruhm erlangt und seinem Freund Lieutenant Dan Taylor (Gary Sinise) sowie seiner großen Liebe Jenny (Robin Wright) bedingungslos treu ergeben ist.

So., 16. Februar, 22.10 Uhr, SAT.1

Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula (1990)

Lula Pace Fortune alias Laura Dern lackiert sich die Fußnägel, kotzt auf den Teppich, heult sich über eine „verrückt gewordene Welt“ aus, schmilzt bei „Love Me Tender“ dahin – und küsst Nicolas Cage: In einigen Gewaltdarstellungen makaber überzogenes, vielschichtiges Pulp-Roadmovie von David Lynch als popmythologische Nachbetrachtung einer Welt vor dem Abgrund, in der es keinen Platz mehr für Märchenfiguren in Schlangenlederjacken gibt.

Sa., 15. Februar, 23.30 Uhr, RBB