Prometheus – Dunkle Zeichen (2012)

Sci-Fi-Abenteuerdrama von Ridley Scott, das sich mittels einer überraschungsarm gestalteten Aneinanderreihung genretypisch gewordener Errungenschaften – Zischlaute verursachende Hyperschlafkapseln treffen auf kommunizierende MedPods, holografische Klugscheißer und den scheinbar unentbehrlichen abgerissenen Androidenkopf von Michael Fassbender – um eine wenig plausible Vorgeschichte für die Alien-Saga zu bemühen und auf dem unwirtlichen Mond LV-223 auf die Reste einer fremden Zivilisation mit menschlicher DNS zu stoßen. Technisch hochwertig, aber einzig auf der Position der weiblichen Hauptrolle markant besetzt, fügt sich dieser insgesamt ansehnliche Streifen nahezu nahtlos in die Produktpalette eines hybrid-modernen Kommerzkinos ein.

Mi., 21. Oktober, 20.15 Uhr, KABEL 1

Time Bandits (1981)

Märchenhaft-parodistische Fantasy-Abenteuerkomödie von Terry Gilliam, die, stilistisch zwischen den verschiedensten Genres angesiedelt, durch Zeit und Raum fliegt, um dem kleinen Kevin einen näheren Eindruck von der Menschheitsgeschichte außerhalb seines spießbürgerlichen Elternhauses zu vermitteln. Von sechs zeitreisenden Zwergen aus seinem Kinderzimmerschrank eingeladen, mittels einer gestohlenen Landkarte die Welt zu bereisen, um raubend und plündernd stinkreich zu werden, begegnet er unter anderem John Cleese als Robin Hood und Sean Connery als Agamemnon, ehe er vom „Obersten Wesen“ für würdig befunden wird, von nun an das Böse ganz allein zu bekämpfen.

Di., 20. Oktober, 20.15 Uhr, TNT Film

Superman 3 – Der stählerne Blitz (1983)

Selbstparodistische Action-Abenteuerkomödie von Richard Lester, die den strahlenden Wunderknaben Clark Kent (Christopher Reeve) in den stählernen Superhelden Superman verwandelt, um ihn anschließend durch den Kontakt mit einem grünen Brocken synthetisch hergestellten Kryptonits seinem wahren Ich als anarchistischer Misanthrop zuzuführen, der das Entzünden des olympischen Feuers vereitelt, einem Souvenirhändler in Pisa die Geschäftsgrundlage nimmt und sein Alter Ego auf einem Schrottplatz vermöbelt. Kurzweilig, aber ohne überzeugende innere Haltung inszeniert, streut diese Superhelden-Slapstick-Variante ihren Spott über alles und jeden, der ihr bei der Rettung der Welt in die Quere kommt.

So., 18. Oktober, 17.40 Uhr, TELE 5

Der Marathon-Mann (1976)

Politthriller von John Schlesinger um einen Studenten der Geschichte und angehenden Marathonläufer, der – vollkommen unschuldig und ahnungslos – zwischen die Fronten rivalisierender Kräfte im Streit um einen millionenschweren Diamanten-Coup gerät. Exzellent fotografiert, in der Hauptrolle brillant gespielt und an der Grenze zur Nervenentzündung inszeniert, ist dieser inhaltlich zumindest fragwürdige Klassiker seines Genres für seine Folterszenen mit dem penetrant „Sind Sie außer Gefahr?“ fragenden Laurence Olivier als ehemaliger Zahnarzt in Auschwitz berühmt-berüchtigt geworden.

Sa., 17. Oktober, 22.00 Uhr, One

Take This Waltz (2011)

Michelle Williams lernt als junge Ehefrau des Hähnchenbräters Lou ihren Nachbarn und Rikscha-Schieber Daniel kennen und verliebt sich in ihn: Unentschlossen inszeniertes, komödiantisch akzentuiertes Liebesdrama, in das die Regisseurin und Drehbuchautorin Sarah Polley offensichtlich einiges eigenes Herzblut gegossen hat, was sich in merkwürdig oft wiederkehrenden Bildern von Unterschenkeln auf dem Weg irgendwohin, rituellen „Ich schabe dir die Haut mit dem Kartoffelschäler ab“-Liebesschwüren und einer verbalerotischen Liebeserklärung seitens Luke Kirbys manifestiert.

Fr., 16. Oktober, 20.15 Uhr, ARTE

Der Teufel mit der weißen Weste (1962)

Klassisches Krimi- und Staubmanteldrama von Jean-Pierre Melville, das, in Schwarzweißbildern von großer Suggestivkraft fotografiert, das Hauptaugenmerk seines Genres vom schnöden „Whodunit“ auf ein wesentlich raffinierteres „Whodoesit“ verlagert, um seine skrupellosen Finstergestalten Jean-Paul Belmondo und Serge Reggiani in eine antike Tragödie der Unterwelt zu verwickeln. Ohne zuviel von der Handlung im Schein einer einsamen Straßenlaterne verraten zu wollen, präsentiert dieser Film das weibliche Geschlecht zumindest in einer Szene überraschend offenherzig, aber nicht immer von seiner besten Seite, und verabreicht ihm dafür in Gestalt des Gangsterliebchens Thérèse (Monique Hennessy) eine filmhistorisch relevante Tracht Prügel, die den „Evangelischen Filmbeobachter“ dazu veranlasste, die Altersempfehlung „nur für Erwachsene“ auszusprechen.

Do., 15. Oktober, 17.55 Uhr, Kinowelt TV

Der Exorzist (1973)

Linda Blair teilt sich ihren Körper mit dem weder gesellschaftsfähigen noch stubenreinen „Captain Howdie“, pinkelt auf den Teppich, beschimpft ihren Arzt als „Hurenbock“, macht Betthüpfen und übt ihre telekinetischen Kräfte. Gemeinhin überbewertetes Horrordrama von William Friedkin, in dem die beiden Pater Max von Sydow und Jason Miller eine Teufelsaustreibung praktizieren und dabei ihr christliches Leben aushauchen. Filmhistorisch als „Skandalfilm“ von Bedeutung, wirken viele der „schockierenden Szenen“ heute unfreiwillig komisch, wenn nicht lächerlich, was insbesondere für die heidnischen Teufelsdarstellungen, den Ausstoss giftgrüner Kotze seitens Regans und jene Szene betrifft, in der sie sich über den Schriftzug „Help me“ auf ihrem Bauch der Umwelt mittteilt.

Di., 13. Oktober, 22.30 Uhr, KABEL 1

Verbotene Liebe (1990)

Für die DEFA entstandenes, romantisches Jugend- und Gesellschaftsdrama von Helmut Dziuba, das auf einfühlsame Weise die Liebesbeziehung zwischen einer Minderjährigen und ihrem Freund Georg schildert, der nach dem Bekanntwerden ihrer geschlechtlichen Beziehung gerichtlich belangt wird. Der Film schildert ein von Zwängen geprägtes gesellschaftliches Klima zwischen Missgunst, Duckmäuser- und opportunem Mitläufertum, aus dem einzig die Klassenlehrerin Barbaras, dargestellt von Gudrun Ritter, heraussticht – die anderen Nebenrollen erscheinen dagegen eindimensional und ihrer sozialistischen Funktion verpflichtet.

Mo., 12. Oktober, 23.10 Uhr, MDR

Big (1988)

Piefige Fantasykomödie um einem 12-jährigen Jungen, der sich, wegen mangelnder Körpergröße vom Fahrbetrieb einer neuen Jahrmarktattraktion ausgeschlossen, von einem Wahrsagerautomaten wünscht, erwachsen zu sein und sich als Reaktion auf die Anforderungen, die sich ihm als „Großer“ stellen, mehr und mehr von seinen kindlich-naiven Idealen entfernt. Wer es vergnüglich findet, Tom Hanks über eine gesamte Spielfilmlänge beim Kulleraugen machen zuzusehen, ist mit diesem rückschrittlichen Machwerk, das renitente Blagen weinend in den Schoß ihrer Mütter zurücktreibt, bestens bedient.

Fr., 09. Oktober, 22.15 Uhr, TNT Film

Evolution (2001)

Sci-Fi-Actionkomödie von Ivan Reitman mit einem Alienfurz, die, als satirischer Rundumschlag auf eine Wiederholung des Erfolges der „Ghostbusters“-Komödien erpicht, die Überheblichkeit der Politik, des Militärs und der Wissenschaft aufs Korn nimmt. Liebenswert für seine vielen sonderbaren Kreaturen aus dem All, präsentiert dieser Film seinem Publikum ferner die zwei provinziellen „Reagenzglasschüttler“ David Duchovny und Orlando Jones, denen sich im Verlauf der Handlung der verhinderte Feuerwehrmann Seann William Scott, zwei spaßig fettleibige Studenten und schließlich sogar die schusselige Epidemiologin Allison anschließen, um der Gefahr aus dem All mittels eines gigantischen Einlaufs den Garaus zu machen. Zuweilen pointiert, aber wenig geschmackssicher erzählt und inszeniert, erfreuen hier vor allem die Gastauftritte der außeridischen Besucher und einiger weiterer, prominenter Nebendarsteller. Für Freilichtaufführungen selbst mitzubringen sind eine Spraydose „Head & Shoulders“, eine Tube Gleitcreme, ein Spielzeug-Feuerwehrauto, ein Opernglas und eine Thermoskanne heiße Schokolade.

Mi., 07. Oktober, 20.15 Uhr, NITRO