Confidence – Coup in L.A. (2003)

Als zweifelhaft aufgeregtes Husarenstück einer Bande von Trickbetrügern angelegt, die sich nach ihrem erzwungenen Vorstellungsgespräch beim King der Stadt erfolgreich in die eigene Tasche lügen, eignet sich dieser reichlich abgeschmackte Genrefilm von James Foley bestenfalls als Thriller-Zwischenmahlzeit zum Schnellverzehr, der Edelmimen wie Dustin Hoffman oder Andy Garcia ein weiteres Mal die Gelegenheit bietet, die Sättigungsbeilage für einen nur vorgeblich raffinierten Krimi zu spielen, der stellenweise Reste von Humor enthalten kann.

Sa., 23. Juli, 1.30 Uhr, Das Erste

RoboCop 2 (1990)

Sci-Fi- und Action-Krimi von Irvin Kershner, der die Geschichte des halbmenschlichen Polizeiroboters (Peter Weller) als bizarre Mischung aus Gewalt und Humor fortsetzt. Von einigen wenigen gelungenen satirischen Momenten abgesehen, treffen hier kleine und große Verbrecher aufeinander, um sich im tricktechnisch verfeinerten, aber immer noch lachhaften Stop-Motion-Verfahren einen Kopf kürzer zu machen. RoboCops Schlusskommentar „Wir sind alle nur Menschen“ erinnert an die Nonchalance der „Terminator“-Filmreihe und tröstet ein Stück weit über die vielen Schwächen des letztlich überflüssigen Streifens hinweg.

Do., 21. Juli, 22.15 Uhr, TELE 5

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (2014)

Vergleichsweise vielschichtig entwickeltes Sci-Fi-Action-Abenteuer von Bryan Singer, das, bestechend für seine Besetzung und den souveränen Einsatz seiner filmischen Mittel, einen Zeitsprung in die Vergangenheit seiner multitalentierten Mutanten-Helden macht, um eine düstere Zukunft menschengemachter Super-Roboter zu verhindern. Wer sich an den Methoden eines kommerziellen Überwältigungskinos nicht stört, kann in dieser emotional plausibel und nachvollziehbar gestalteten Comicverfilmung eine Fülle geistreich-unterhaltsamer Querverweise zum Marvel-Superheldenuniversum allgemein, zum Leben im Besonderen, aber auch zum ganzen Rest entdecken.

Mi., 20. Juli, 20.15 Uhr, KABEL 1

Milch und Schokolade (1989)

Als Kassenerfolg in die Geschichte des französischen Kinos eingegangen, kündigt diese romantische Culture-Clash-Komödie von Coline Serreau vom schlechten Gewissen einer herrschenden Klasse, die sich unter dem Deckmantel einer nur zur Schau getragenen Kultiviertheit ihre leckeren Milchprodukte und mit ihnen das gesellschaftliche Klima eines Staates vergiftet, der blind für die Nöte seiner ungeliebten, aber leider systemrelevanten Raumpflegerinnen geworden ist. Bemerkenswert für das ausdrucksstarke Spiel seiner Hauptdarstellerin Firmine Richard und die einfühlsam-lebendige Interpretation eines turbokapitalistischen Joghurterzeugers seitens Daniel Auteuils, der sich aus Liebe zu seiner klassenbewussten Putzfrau in einen Märchenprinzen mietrückständiger Unglückswürmer verwandelt, schmeichelt sich diese weltanschaulich progressive, aber allzu süßlich ausformulierte Gesellschaftssatire ins reine Herz besserungswilliger Menschen, die ihre Medizin lieber mit Schokoladengeschmack mögen.

So., 17. Juli, 16.40 Uhr, Kinowelt TV

In Time – Deine Zeit läuft ab (2011)

In einer Zukunft scheinbar altersloser junger Hüpfer spielender Sci-Fi-Actionthriller von Andrew Niccol, der, nur oberflächlich an Genrevorbildern wie „Matrix“ orientiert, seine interessanten gesellschaftskritischen Ansätze weitgehend an eine Schickimicki-Ästhetik brummender Muscle-Cars und finster dreinblickender Sonnenbrillen-„Timekeeper“ verschenkt. Beständig den Verwerfungen einer amoralisch-kapitalistischen Weltenordnung auf der Spur, die sich der nachhaltig-biologischen Währung Lebenszeit verschrieben hat, entwickelt dieser Film Sympathien für seine knietief im Dispo steckenden Helden, die erst aus der irritierenden Begegnung mit ihrer eigenen Endlichkeit auf Erden so etwas wie echte Lebensqualität schöpfen.

Sa., 16. Juli, 20.15 Uhr, Kabel Eins Classics

The Mule (2018)

Krimidrama von und mit Clint Eastwood um einen hochbetagten ehemaligen Züchter seltener Blumen, der über einen Tipp seines Großneffen zum besten „Muli“ der Drogenmafia aufsteigt. Zuweilen bereits etwas schwer von Begriff, aber immer noch höchst geistesgegenwärtig, arrangiert sich der Senior Earl Stone auch des Geldes wegen mit der Rolle, die ihm das Alter zugedacht hat, und behauptet sich als eigensinniger Drogenkurier im Kreis seiner hitzköpfigen Gangsterkollegen. Zwischen spritziger Generationenkomödie und stereotypem Familiendrama angelegt, gefällt dieser Film in erster Linie für seine komödiantischen Anteile, die ihrem Hauptdarsteller Eastwood erneut die Gelegenheit für eine sympathisch-selbstironische Darstellung eines störrischen Esels geben.

So., 10. Juli, 20.15 Uhr, SAT.1

Flammendes Inferno (1974)

Während Stararchitekt Doug Roberts alias Paul Newman viel Rauch um Nichts macht und beinahe die Pfennigfuchser-Party des Bauherren William Holden zur Einweihung seines Wolkenkratzers sprengt, zündeln im 81. Stockwerk des Gebäudes bereits die ersten Flammen dieses unter der Regie von John Guillermin entstandenen Action-Dramas, das als Mahnung vor dem größenwahnsinnigen Leichtsinn aufstrebender Krämerseelen Bestand hat, nicht aber als Lobpreisung eines Berufsstandes tapferer Brandbekämpfer, die trotz Dauerbetrieb an der Feuerwehrstange weitgehend machtlos gegen dieses Hölleninferno aus gestelztem Kitsch und Feuersbrunst sind.

Mo., 04. Juli, 13.50 Uhr, Warner TV Film

Ein Schuss im Dunkeln (1964)

Von einem völlig entnervten Chefinspektor Dreyfus empfindlich in der Ausübung seiner amourösen Pflichten gestört, schlüpft Peters Sellers in dieser parodistischen Krimikomödie von Blake Edwards zum zweiten Mal in die Rolle des Inspektor Clouseau, der trotz scheinbar eindeutiger Indizienlage in einem Mordfall zu ganz anderen Ergebnissen kommt als sein Nachhilfeschüler Hercule alias Graham Stark. Als Ver- und Entkleidungskünstler getarnt, nimmt der gewiefte Kriminologe Clouseau die Beschattung der Hauptverdächtigen Maria Gambrelli auf, um zusehends ihrem weiblichen Charme zu erliegen. Hauptsächlich auf situationskomischen Nonsens und Slapstick ausgerichtet, gefällt dieser Film auch für einen unterschwellig platzierten, gesellschaftssatirischen Humor, der nicht nur in der berühmten Begegnung des untadelig gekleideten Inspektors mit einer Nudistenkolonie zum Tragen kommt.

Sa., 02. Juli, 22.05 Uhr, ONE