Nachtgestalten (1999)

Anhand mehrerer Parallelhandlungen zum episodischen Berlin-Film alltäglich-urbaner Extremsituationen verwoben, schildert diese Tragikomödie von Andreas Dresen das nächtliche Geschehen in einer rücksichtlos-selbstbezogenen Stadt, die ihre auf vielfältige Weise emsig beschäftigten Bewohner anlässlich eines Papstbesuches in besondere Aufruhr versetzt. Von vorzüglichen Darstellerleistungen vorangetrieben (die Michael Gwisdek in der Rolle eines chronisch unter Zeitdruck stehenden Angestellten als unfreiwilliges Kindermädchen des verloren gegangenen, angolanischen Findelkindes Ricardo, Oliver Breite als schlicht gestrickten Brandenburger auf Sightseeing-Tour einer ihm möglich scheinenden großen Liebe und Dominique Horwitz als weitgehend ratlosen Löwenbändiger seiner resolut obdachlosen Partnerin Hanna zeigen), entwirft dieser ergreifend warmherzige und zugleich schmerzlich entlarvende Film das Bild eines Menschen als gesellschaftliche Randfigur, die sich allen Widrigkeiten zum Trotz auf die Suche nach ihren blauen Wundern begeben hat.

Mo., 09. Mai, 1.10 Uhr, MDR

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