Die Unglaublichen 2 (2018)

14 Jahre nach dem Leinwanddebüt der titelgebenden Superheldenfamilie setzt diese Action-Abenteuerkomödie von Brad Bird die Handlung des ersten Films nahtlos fort, um Mr. Incredible nach seinem vorerst letzten Kraftmeier-Einsatz gegen den räuberischen Tunnelgräber erneut mit Berufsverbot zu belegen. Während seine gedanklich-elastische Gattin von einem ehemaligen Fan und Telekommunikations-Unternehmer angeheuert wird, das Ansehen ihres übel beleumundeten Betätigungsfeldes zu retten und auf ihrem brandneuen Elastibike Jagd auf den Brillen-Bösewicht „Screenslaver“ macht, fristet Mr. Incredible sein Dasein unter der Knute einer repressiven Staatsräson als Hüter der häuslichen Ordnung, um seinem Sohn Dash bei den Matheaufgaben zu helfen und nebenbei die polymorph-ungelenken ersten Schritte seines Kleinkindes Jack-Jack mitzuerleben. Von Beginn an auf eine hohe Schlagzahl rasant inszenierter Action-Momente und Gags fixiert, präsentiert sich das zweite Computeranimations-Abenteuer der Incredibles als familientauglicher Unterhaltungsfilm, dessen ironischen Seitenhiebe auf die Querdenker-Bewegung in einem an „MIB“ erinnernden Kosmos nicht minder monströser Superhelden-Kollegen untergehen.

Sa., 30. April, 20.15 Uhr, SAT.1

Drei Tage und ein Leben (2019)

Souverän in seiner künstlerischen Gestaltung, aber überkonstruiert in wesentlichen Details, erschafft dieses sich über einen Zeitraum von etwa 15 Jahren erstreckende Drama von Nicolas Boukhrief anhand einiger weniger Figurenkonstellationen das Porträt einer abgeschieden lebenden dörflichen Gemeinschaft, die, aufgebracht durch das spurlose Verschwinden eines kleinen Jungen, nur allzu gern bereit ist, ein Worst-Case-Szenario zu akzeptieren, ehe ein verheerender Sturm die Karten in der Region neu mischt. Überdeutlich moralisch in seiner Erscheinungsform als gedoppelte Weihnachtserzählung, nutzt dieser Film genretypische Elemente des Thrillers, um sein geschickt unter den Teppich gekehrtes kriminalistisches Hauptmotiv unter einem Berg frisch nachwachsenden Grases zu begraben.

Do., 28. April, 23.45 Uhr, WDR

Fantastic Four (2005)

Vier junge Wissenschaftler geraten in ein Fantasy-Action-Abenteuer von Tim Story, infizieren sich bei einer gescheiterten Weltraummission mit diversen Superkräften und lernen, mehr oder weniger begeistert von ihren neuen Fähigkeiten, sie nutzbringend im Kampf gegen den Filmbösewicht Doctor Doom einzusetzen. Inhaltlich anspruchslos, setzt diese eingängig-komödiantisch angelegte Initiationsgeschichte der vier Superhelden Mr. „Elastiman“ Fantastic, Invisible Woman, Human „Jack Jack“ Torch und The Thing auf den Spaßfaktor, den seine charakterlich höchst unterschiedlich gestrickten Figuren bei der Erprobung der ihnen zugewiesenen Chemiebaukästen verbreiten.

Mo., 25. April, 20.15 Uhr, KABEL 1

Cars 3 – Evolution (2017)

Als klassische Sport- und Underdog-Geschichte erzählte Action-Abenteuerkomödie von Brian Fee, die ihren knuffigen Helden „Lightning McQueen“ von der Überholspur einer erfolgreichen Rennsport-Karriere drängt, als plötzlich eine neue Generation schnittiger Hightech-Boliden mühelos an ihm vorbeizieht. Nach einem dramatischen Check mit der Seitenbande arg ramponiert, zieht sich der Champion vergangener Tage zerknirscht in den Kreis seiner besten Freunde zurück, um später als Teil einer technisch fortschrittlichen Preisträger-Schmiede den Ausverkauf seines früheren Ruhms mitzuerleben und beinahe das gleiche Schicksal wie sein alter Kumpel „Hudson Hornet“ zu erleiden. Auch seitens seiner Animationen weniger überzeugend als frühere „Cars“-Abenteuer, provoziert dieser selbstreferenzielle Fortsetzungsstreifen in der Hauptsache die Frage nach dem pädagogischen Wert eines Films, der sein Zielpublikum bereits auf dem absteigenden Ast seines Lebens wähnt.

Fr., 15. April, 14.30 Uhr, SAT.1

Little Big Man (1970)

Als wechselvolle Geschichte einer bleichgesichtigen Rothaut erzählt, markiert diese dramatisch-parodistische Abenteuerkomödie von Arthur Penn eine Zeitenwende im amerikanischen Western und bleibt als Anklage gegen die Überheblichkeit eines weißen Mannes in Erinnerung, der die siegreichen Angriffe auf die „Menschenwesen“ seines Landes mit einem Repetiergewehr führt, das nicht weiterdenkt, als es schießen kann. Getragen von der würdigen Authentizität seines indianischen Hauptdarstellers Chief Dan George, kriecht diese weltanschaulich in mythischem Urschleim verwurzelte Betrachtung eines unverzeihlichen Völkermordes auf allen Vieren der Menschwerdung einer aufgehenden Sonne entgegen, um sein Publikum nebenbei mit volkshumoristischen Beiträgen zu Themen wie „Revolverheld“ oder „Vielweiberei“ zu unterhalten.

Do., 14. April, 21.50 Uhr, Servus TV

Nathalie küsst (2011)

Nach dem tragischen Tod ihrer großen Liebe François zieht sich die noch junge Nathalie (Audrey Tautou) weitgehend aus dem Spiel der Geschlechter zurück und vergräbt sich unter einem Berg von Arbeit, ehe sie in einer spontanen Anwandlung ihren Arbeitskollegen Markus (François Damiens) leidenschaftlich küsst und damit ungewollt den Grundstein für eine neue, befriedigende Liebesbeziehung legt. Angenehm unaufgeregt und situationskomisch inszeniert, scheint diese berührend-intelligente Liebeskomödie von David und Stéphane Foenkinos bestens geeignet, Menschen in einer emotionalen Schieflage zu erfreuen und zu inspirieren.

Mi., 13. April, 20.15 Uhr, Kabel Eins Classics

Le Mans 66 – Gegen jede Chance (2019)

Mit großer dramaturgischer Finesse und feinem Humor als epische Hatz nach einem noch schnelleren Ruhm erzählt, schildert dieses biografische Action-Drama von James Mangold die Bemühungen eines schwer beleidigten Henry Ford II, sich gegen die italienische Konkurrenz von Ferrari durchzusetzen, als Frontalzusammenstoß zweier manisch besessener Autoschrauber, die für ihren Sport und ihre Überzeugungen sprichwörtlich durchs Feuer gehen. Angeheuert, dem erzkonservativen Automobilkonzern ein moderneres Image zu verpassen, tüfteln Carroll Shelby (Matt Damon) und sein Pilot Ken Miles (Christian Bale) an einer neuen Rennmaschine, die anno 1966 als Ford GT40 in die Geschichte des Motorsports eingeht. Unzeitgemäß für seine Begeisterung für den Automobilsport, aber bewegend für seine herausragend interpretierten, zentralen Charaktere, markiert dieser Film nach „Walk the Line“ einen weiteren Höhepunkt in der Karriere des Regisseurs.

Sa., 02. April, 22.05 Uhr, PRO 7 FUN

Findet Nemo (2003)

Angefüllt mit schreiend schrulligen Schwanzflossen-Charakteren, steuert diese herzzerreißende Abenteuerkomödie von Andrew Stanton und Lee Unkrich unaufhaltsam eine Zahnarztpraxis in Sydney an, um eine kleine Halbwaise vor ihrem Schicksal als zoologische Kuriosität im Besitz einer hoffnungslos mindersensiblen Zahnspangenträgerin namens Darla zu bewahren. Als Achterbahnfahrt kolossal eminenter Bauchgefühle inszeniert, entführt dieser Familienfilm seinen Zuschauer in ein wenig beachtetes Paralleluniversum vielfältig problembelasteter Meeresbewohner, die nicht nur mit den Unwägbarkeiten der Tiefsee, sondern obendrein mit einer Gattung unzivilisierter Lungenatmer zu kämpfen haben, die den Trauerband-Anemonenfisch Nemo an seinem ersten Schultag von seinem schwer traumatisierten Erzeuger Marvin getrennt und ins ferne Australien verschleppt haben. Reich an filmhistorischen Bezügen und gelungen pointierten Gags, reiht sich dieser wunderbare Animationsfilm um einen Kraft seiner schmutzigen Gedanken triumphierenden Haihappen nahtlos in die Ahnengalerie zeitloser Abenteuergeschichten wie „20.000 Meilen unter dem Meer“ oder „Moby Dick“ ein.

Fr., 01. April, 20.15 Uhr, Disney Channel