Don’t Come Knocking (2005)

Wüstes „Western“- und Familiendrama von Wim Wenders, das sich als zweite Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautoren und Hauptdarsteller Sam Shepard atmosphärisch an den Kinoerfolg von „Paris, Texas“ heftet, um nach gelungenem Start als totaler Kino-Flop um einen Filmstar zu versanden, der, demoralisiert und desillusioniert von seinem eigenen Leben, nach Jahren eines umjubelten Alkoholiker-Daseins vergeblich versucht, Kontakt zu seiner ehemaligen Geliebten Doreen und seinen zwei unehelichen Kindern Sky und Earl herzustellen. Eingangs von den fiebrigen Gitarrensounds T-Bone Burnetts und den malerisch komponierten Breitwand-Leinwandbildern Franz Lustigs vorangetrieben, erfreut sich der Zuschauer für eine gute Stunde an einem unterschwellig komödiantischen, melancholischen Anti-Western voller bildsprachlich überzeugender Edward-Hopper-Bezüge, der mit dem Aufeinandertreffen seiner charakterlich extrem divergenten Familienmitglieder als küchenpsychologische Studie der Platituden in die „schreckliche Leere“ der Bedeutungslosigkeit und einen der vermeidbarsten Anschlussfehler der jüngeren Kinogeschichte mündet.

Do., 13. Januar, 21.55 Uhr, Kinowelt TV

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