Indiana Jones und der Tempel des Todes (1984)

Vom Goldzahn der Zeit schwer angenagte, stellenweise rasant inszenierte Action-Abenteuerkomödie von Steven Spielberg, die sich nach amüsantem Beginn vor exotischer Kulisse in die Niederungen des parodistischen Kinoschunds begibt, um dort mit viel unmelodiösem Schnettereteng ein überwiegend ermüdendes Actionfeuerwerk abzubrennen.

Mo., 30. November, 20.15 Uhr, KABEL 1

Die drei Musketiere (1973)

Komödiantisches Actionabenteuer von Richard Lester, das, aufwändig ausgestattet und ansprechend fotografiert, eine parodistisch-ironische Lebens- und Kunstauffassung verfechtet, aber wenig mehr als gefälligen Schabernack produziert. Bisweilen sogar befremdlich für seinen betont verspielten Humor, der auch vor jonglierenden Herren in Eisbärenkostümen nicht haltmacht, gelingt es einzig Oliver Reed in der Rolle des Athos, diesem Streifen eine Reihe schauspielerischer Glanzlichter aufzusetzen.

So., 29. November, 15.50 Uhr, TELE 5

The Straight Story (1999)

Tragikomisch-biografisches Roadmovie-Drama von David Lynch, das seinen positiven Antihelden Alvin Straight, altersgemäß von verschiedensten Zipperlein geplagt, auf seinem aufgerüsteten landwirtschaftlichen Minitraktor über die beachtliche Strecke von etwa 400 Kilometern von Iowa nach Wisconsin führt, um ihn dort mit seinem Bruder Lyle alias Harry Dean Stanton zu versöhnen. Getragen von stimmungsvoll fotografierten Landschaftsbildern und einem einfühlsam gestalteten Soundtrack von Angelo Badalamenti, löst dieser Film ein altes Versprechen christdemokratischer Politik ein, wenn er seinen Zuschauer auf eine Reise der Begegnungen mitnimmt, die auf anrührend komische Weise den Charakter eines reumütigen alten Mannes illustrieren, der sich im Angesicht der eigenen Vergänglichkeit bemüht, Frieden mit sich und seiner Umgebung zu schließen.

Sa., 28. November, 21.55 Uhr, Kinowelt TV

Ant-Man (2015)

Komödiantisches Sci-Fi-Actionabenteuer von Peyton Reed, das den selbstironischen Ton von „Deadpool“ mit den Kameraperspektiven von „Toy Story“ und dem lakonischen Witz von „Small Soldiers“ kombiniert. Summa summarum ein solider Unterhaltungsfiilm, der seine wenig originelle Rahmengeschichte für ein Reihe sehenswerter Actionpassagen nutzt, die entgegen einer lästigen Gewohnheit von Marvel auf den Einsatz weiterer Superhelden weitgehend verzichtet.

Fr., 27. November, 20.15 Uhr, RTL 2

The Man Who Wasn’t There (2001)

Stilistisch am Film noir der 1940er Jahre orientiertes, hintergründiges Krimidrama von Joel und Ethan Coen mit ausgeprägt tragikomischen Zügen um einen wortkargen Friseur wider Willen, der sich – aber auch sein gesamtes persönliches Umfeld – ins Unglück stürzt, als er von einem Kunden auf den Gedanken gebracht wird, sich an dessen Geschäftsidee der „Trockenreinigung“ zu beteiligen und „Big Dave“ um die benötigte Summe Geld zu erpressen.

Mi., 25. November, 23.30 Uhr, Kinowelt TV

Kingsman: The Golden Circle (2017)

Aufwändig-schrille Agenten-Actionkomödie von Matthew Vaughn, die sich inhaltlich und formal nur lose am Vorgängerfilm „The Secret Service“ orientiert, einige der besten Szenen daraus wiederholt bzw. variiert, insgesamt aber gehörig über das Ziel hinausschießt. Als Kampfansage US-amerikanischer Schnapsbrenner auf die restliche „Genussmittel“-Industrie inszeniert, übernehmen hier die Kollegen aus Kentucky die Federführung, um sich weitgehend vom gutturalen Oberschichthumor des Originals zu lösen.

Di., 24. November, 20.15 Uhr, PRO 7 Fun

Winter’s Bone (2010)

Kämpferisch-melancholisches Jugend- und Sozialdrama von Debra Granik, das anhand der schwierigen Lebensumstände der Minderjährigen Ree Dolly, eindrucksvoll von der Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence interpretiert, das Porträt einer Gemeinschaft am Rande der amerikanischen Gesellschaft zwischen hausgemachtem Bluesgrass, selbstgekochtem Crystal Meth und einem bedingungslosen Willen zum Überleben zeichnet.

So., 22. November, 0.35 Uhr, SWR

Outbreak – Lautlose Killer (1995)

Robby Keough alias Rene Russo führt den Trennungsstreit mit ihrem Gatten Sam alias Dustin Hoffman vornehmlich über das Thema ihrer beiden gemeinsamen Hunde, infiziert sich als Ärztin trotz eines imposanten Ganzkörperkondoms mit einem mutierten Virus – und muss in ihrem Krankheitsstadium auf etwaige schauspielerische Eitelkeiten verzichten, auch wenn das Haar noch recht adrett sitzt. Hochkarätig besetzter Katastrophenthriller von Wolfgang Peterson, der, medizinisch untragbar und im reißbrettartig-eindimensionalen Kasperletheaterstil geschrieben, einzig auf Seiten seiner Action-Anteile zu überzeugen versteht, während die zwischenmenschlichen Aspekte und die Auseinandersetzungen zwischen den militärischen Lagern zu Leerstellen im Dienste der Handlung verkümmern. Der Fantasiebegabung der Maskenbildner wurde keine Grenze auferlegt, was den reißerischen Eindruck dieses Viren-Schockers maßgeblich verstärkt.

Di., 17. November, 20.15 Uhr, KABEL 1

Der Mann, der niemals aufgibt (1977)

Romantische Action-Abenteuerkomödie von und mit Clint Eastwood, der hier auf gelungene Weise die Herausforderung annimmt, sich endgültig von seinem Image als knallharter „Dirty Harry“ im Dienste des Gesetzes zu verabschieden. Unter der Prämisse einer vollkommen absurden Story als Roadmovie-Thriller mit „Easy Rider“-Touch inszeniert, gefällt diese Genreparodie für das ungewöhnlich feinfühlig-zurückgenommene Zusammenspiel seiner beiden Hauptdarsteller, die sich, auf einem Gefangenentransport wider Erwarten als Staatsfeind Nummer 1 und Nummer 2 gejagt, unter größten Schwierigkeiten ihren Weg durch den Kugelhagel blindwütig-schießfreudiger Polizisten bahnen, um schließlich in einem völlig durchlöcherten Reisebus ihr vorläufiges Reiseziel Phoenix zu erreichen.

Mo., 16. November, 16.50 Uhr, TNT Film

Die üblichen Verdächtigen (1995)

Überbewerteter Mysterthriller von Bryan Singer um fünf in der Paketabholung tätige Herren, die von einem mysteriösen „Teufel“ um den Lohn ihrer kriminellen Bemühungen gebracht werden. Prominent besetzt, präsentiert sich dieser leichenreiche Genrefilm mit doppeltem Boden als Schießbudenzauber erster Güte, der bei Kritikern wie Zuschauern eine La-Ola-Welle der Begeisterung auslöste, aber eigentlich nichts als markige Sprüche und heiße Luft produziert.

So., 15. November, 20.15 Uhr, ARTE