Barbarella (1968)

Jane Fonda stürzt sich als Astronautin Barbarella und Abgesandte des Präsidenten der Erde zwecks Rettung des galaktischen Friedens mit dem Schlachtruf „Sieg der Liebe“ in ein opulent-fantasievoll ausgestattetes Weltraumabenteuer, schält sich in der Schwerelosigkeit aus ihrem Raumanzug, begegnet Marcel Marceau in der Rolle des Professor Ping, setzt ihren Flug nach dem Verlust ihres Raumschiffes mit dem blinden Engel Pygar fort, um der „großen Tyrannin“ Anita Pallenberg ihre Aufwartung zu machen – und landet schließlich beim Filmbösewicht Milo O’Shea, um sein „Orgasmotron“ zum Schmelzen zu bringen. Dieses märchenhafte Fantasyabenteuer von Roger Vadim, stets unterschwellig ironisch, aber leider ohne jedes Gespür für Dramaturgie und Timing inszeniert, avancierte als tricktechnisch interessante, sichtbar gemachte Studioproduktion zu einem Meilenstein der Pop-Art, der bis heute großen Einfluss auf andere Kulturschaffende hat. Wirklich gelungen komisch wirkt bis dato allerdings nur noch die haarsträubende „Sex“- und „Verzückungspillen“-Szene zwischen David Hemmings und der Hauptdarstellerin.

Mi., 30. September, 0.20 Uhr, KABEL 1

Superman (1978)

Sci-Fi-Actionabenteuer von Richard Donner, das als erster ernstzunehmender Superheldenfilm ein Alleinstellungsmerkmal inne hat und als Bewährungsprobe des Kryptoniers Superman, vergleichsweise subtil in seinem Humor, die Schäden auf dem Erdball wieder aufräumt, die der windige Grundstücks- und Immobilienspekulant Lex Luthor alias Gene Hackman mittels einer Lenkrakete hinterlassen hat. Zu seiner Entstehungszeit eher zwiespältig aufgenommen, überrascht dieser Film den heutigen Betrachter trotz einiger Längen durch seine Frische und den sympathischen Charme, den die beiden glänzend harmonierenden Hauptdarsteller Christopher Reeve und Margot Kidder hinterlassen.

So., 27. September, 23.55 Uhr, TNT Film

Der Turm (2012)

Zweiteiliges historisches Familiendrama von Christian Schwochow nach dem gleichnamigen Roman von Uwe Tellkamp, das anhand ausgesuchter Fallbeispiele ein Stimmungsbild der DDR in den 1980er Jahren zeichnet. Von einigen komödiantischen Momenten begleitet, dem realsozialistischen Alltag ein Schnippchen zu schlagen, überzeugt diese überdurchschnittliche TV-Produktion als historischer Exkurs in die Psychologie eines untergegangenen Elfenbeinturmes, der seine Jugend mit ideologischem und militärischem Drill zu folgsamen Soldaten eines Arbeiter- und Bauernstaates zu machen versuchte, während die ältere Generation Pläne für ihre Republikflucht schmiedete oder ihr Glück in der Karriere, der Denunziation und im Alkohol suchte.

Sa., 26. September, 20.15/22.00 Uhr, RBB

Mademoiselle Chambon (2009)

Sensibel erzähltes Liebesdrama von Stéphane Brizé um einen glücklich verheirateten Maurer (Vincent Lindon), der sich, in die Aushilfslehrerin Véronique (Sandrine Kiberlain) seines Sohnes verliebt, für die musikalischen Leidenschaften seiner neuen Bekanntschaft zu interessieren beginnt und ihr mit handwerklichem Geschick ein neues Atelierfenster mit Blick auf eine ungewisse Zukunft installiert. Dieser anrührend gespielte, oft ohne Worte auskommende Film über den Schmerz und die Notwendigkeiten einer Liebe, die ihre Beteiligten zur Selbstlosigkeit zwingt, hat einen besonderen Platz in meiner persönlichen Liste außergewöhnlich schöner Liebesfilme inne.

Do., 24. September, 0.25 Uhr, RBB

Zurück in die Zukunft 2 (1989)

Sci-Fi-Abenteuerkomödie von Robert Zemeckis, die sich, noch einen Tick turbulenter als der erste Teil inszeniert und mittlerweile mit einem bananenschalenbetriebenen Flux-Kompensator ausgestattet, zunächst in die Zukunft ihrer Helden Marty McFly und „Doc“ Brown begibt, um später eine erneute Reise in die 1950er Jahre zu unternehmen und den dank einer Serie gewonnener Sportwetten zur Reichtum und Ruhm gekommenen Biff zurück auf Normalmaß zu schrumpfen. Vor detailverliebten Einfällen strotzend, profitiert diese gelungene Fortsetzung von den verfeinerten tricktechnischen Möglichkeiten einer im Wandel begriffenen Filmindustrie.

Mi., 23. September, 20.15 Uhr, SYFY

Zurück in die Zukunft (1985)

Sci-Fi-Abenteuerkomödie von Robert Zemeckis um einen jugendlichen Skateboard-Lümmel und Highschool-Schüler, der unversehens im DeLorean des befreundeten Wissenschaftlers „Doc“ Brown eine Zeitreise ins Jahr 1955 antritt und dabei um ein Haar seine eigene Geburt verhindert. Überzeugend für sein auf das Unwesentliche komprimierte Zeitporträt der 1950er Jahre und die durchgeknallte Performance seiner Hauptdarsteller Michael J. Fox, Christopher Lloyd und Crispin Glover, fackelt diese gesellschaftssatirische Wundertüte ein Feuerwerk plutoniumbetriebener Gags ab, die ihr bis heute einen Platz unter den 100 beliebtesten Filmen aller Zeiten gesichert hat.

Di., 22. September, 20.15 Uhr, SYFY

Man nennt mich Shalako (1968)

Koproduzierter und in Spanien gedrehter Schinken-Western von Edward Dmytryk, der Sean Connery nach seinem Engagement als Agent 007 in seinem ersten und letzten Western – und in einer gegen den Strich gebürsteten Rolle – als unrasierter Trapper zeigt, der versucht, eine versnobte europäische Jagdgesellschaft aus dem Territorium der Apachen zu führen. Solide inszeniert und gespielt, interessiert dieser insgesamt gefällige Streifen, der vom Feuerpfeil bis zur Klapperschlange kaum ein Western-Klischee auslässt, einzig für seine unterschwellig provokante Haltung gegenüber einer selbstgefällig-dominanten weißen Rasse, die hier in Gestalt von Honor Blackman an ihrem eigenen Geschmeide erstickt.

Mo., 21. September, 0.00 Uhr, HESSEN

Sandstern (2018)

Tragikomisches Emigrantendrama von Yilmaz Arslan, das den 12-jährigen Oktay, gleich bei seiner Einreise nach Deutschland als Drogenkurier missbraucht, in den 1980er Jahren aufgrund der Bettlägerigkeit seiner Großmutter in die Fremde führt, wo er nach der Inhaftierung seiner drogenabhängigen Mutter Fatma als Bluter in einer Jugendeinrichtung für behinderte Menschen landet. Einfühlsam aus der Perspektive der Pubertät erzählt, schildert dieser Film eine Jugend voller Schicksalsschläge und wunderbarer Momente, die in der Lebenswillen spendenden, erotischen Begegnung mit der querschnittsgelähmten Luba kulminieren. Mit diesem Film wandelt der Regisseur auf den Spuren von Milos Formans „Einer flog über das Kuckucksnest“, ohne einen Vergleich mit diesem Klassiker der Filmgeschichte scheuen zu müssen.

So., 20. September, 23.35 Uhr, Das Erste

Batman Begins (2005)

Actionabenteuer mit Horror-, Fantasy- und Krimi-Elementen von Christopher Nolan, in der Christian Bale in der Rolle der DC-Heldenfigur Batman den Flattermann macht, um Gotham City vor den Machenschaften des organisierten Verbrechens zu schützen. Gleich auf einem halben Dutzend Positionen prominent besetzt. spult dieser Film ein seelenloses Potpourri gängiger Actionmuster herunter, das die Filmindustrie auf dem neuesten Stand ihrer technischen Möglichkeiten zeigt. Als kurze Zusammenfassung der hinlänglich bekannten Handlung für ein erwartungsvoll-anspruchsloses Publikum genügt der Hinweis „Batman lässt wieder einmal die Fetzen fliegen“.

Fr., 18. September, 20.15 Uhr, TNT Film

Kansas City (1996)

Handwerklich überdurchschnittliches, oft sehenswert fotografiertes und unterschwellig humoristisches Krimidrama von Robert Altman, das, in den 1930er Jahren spielend, ein nostalgisch gefärbtes Stimmungsbild jener Ära zeichnet, und, durchgängig von Jazz-Musikeinlagen begleitet, die stellenweise die Handlung sehr verschleppen, in einem Nebenstrang die Wahlmanipulationen weißer Gewerkschafter thematisiert. Jennifer Jason Leigh in einer von der frühen Tonfilmzeit inspirierte Rolle an der Grenze zur Knallcharge macht diesen Film als kratzbürstige, abgebrochene Blondine und Frau eines demokratischen Senators zum Ereignis.

Mi., 16. September, 22.10 Uhr, Kinowelt TV