Angélique – Eine große Liebe in Gefahr (2013)

Brillant fotografiertes und famos ausgestattetes, trivial-romantisches Mantel- und Degen-Abenteuerdrama nach historischen Romanen von Anne Golon, dass an den Kinokassen floppte, obwohl es nichts auslässt, was in einen Film über das 17. Jahrhundert gehört: eine gefallene Gräfin, die ins Wasser geht und von den Toten wiederaufersteht, ein Duell um die Ehre, Pfaffen, die einen Exorzismus durchführen wollen, prunkvolle Schlösser, verstümmelte Bettler, Kerzen, Fackeln und einen frisch gegossenen Barren Gold. Freunden hochwertiger Filmkunst, die über die Klischeehaftigkeit der literarischen Vorlage hinwegsehen können, sei dieser auch darstellerisch überzeugende Film von Ariel Zeitoun wärmstens ans Herz gelegt.

Do., 30. Juli, 23.30 Uhr, WDR

Terminator – Die Erlösung (2009)

Sci-Fi-Actionthriller, der, sehenswert für seinen Entwurf einer apokalyptischen, von Robotern regierten Zukunft, sein düster-morbides Produktionsdesign und die überdurchschnittliche Leistung des Hauptdarstellers Sam Worthington, einmal mehr vom Triumph der Menschlichkeit über die Maschinen erzählt. Als Auftakt einer weiteren Trilogie geplant, sammelt die Regie zahlreiche Pluspunkte hinsichtlich der Gestaltung seiner Actionsequenzen und der „Menschmaschine“ Marcus Wright, verliert dabei aber den humoristischen Pfad der Geschichte vollkommen aus den Augen, um den Film zum Finale mit einer großherzigen Organspende dem Kitsch zuzuführen.

Mi., 29. Juli, 20.15 Uhr, TNT

Family Man (2000)

Romantische Fantasy-Familienkomödie von Brett Ratner um einen Börsenmakler mittleren Alters, der, eigentlich ein Leben auf der Überholspur gewöhnt, im Rahmen einer Weihnachtsgeschichte noch einmal die Gelegenheit erhält, eine wichtige persönliche Entscheidung zu revidieren und in ein mögliches Dasein als Reifenverkäufer, Bowling-Niete und Windelwechsler reinzuriechen. Trotz einer Reihe gelungener Momente überwiegt insgesamt der Eindruck eines hemmungslos kitschigen Unterhaltungsfilms, der auf breiten Zuspruch bei einem anspruchslosen Publikum hofft.

Di., 28. Juli, 22.00 Uhr, TNT

Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen (2010)

Intrigantes Action-Abenteuerdrama von Hark Tsui mit Mystery- und Fantasyfilm-Elementen, das, beeindruckend für seinen Aufwand und seine außergewöhnlichen Kampfkunstchoreografien, eine verzwickte kriminalistische Story auf der Suche nach dem Verantwortlichen für eine feuergefährliche Serie von Attentaten entwickelt, die sich einem westlichen Betrachter auf enttäuschende Weise als die unverhältnismäßig banale Rachegeschichte des ehemaligen Rebellen Shatuo entpuppt, der als Baumeisters einer riesigen Buddha-Statue zu Ehren der ersten chinesischen Kaiserin plant, diese mitsamt ihrem Hofstaat aus dem Weg zu räumen. Gepaart mit einigen humoristischen Höhepunkten, entzieht sich dieser vornehmlich als Augenschmaus inszenierte Film einem genaueren Verständnis für ein Publikum, dass über keine näheren Kenntnisse der chinesischen Geschichte verfügt.

Do., 23. Juli, 16.15 Uhr, Kinowelt TV

Anon – Mit den Augen des Killers (2018)

Formal betont künstlicher Sci-Fi-Thriller mit Horrorfilm-Elementen, in dem ein gewisser Detective Sal Frieland alias Clive Owen auf die Jagd nach einer unbekannten „Unsichtbaren“ geht, um eine Reihe mysteriöser, per Kopfschuss begangener Morde aufzuklären. Als weiterer Beleg für den Einfluss des Videospiel-Zeitalters auf das Medium Film nur mäßig interessant, entwirft dieser Streifen unter der Regie von Andrew Niccol eine bedrohliche Atmosphäre der totalen gesellschaftlichen Manipulation, zeichnet aber zugleich ein äußerst armseliges Bild einer Menschheit, die sich vornehmlich für Alkohol, härtere Drogen und Edel-Prostituierte interessiert.

Mi., 22. Juli, 23.30 Uhr, ZDF

Atemlos (1983)

Stark erotisch akzentuiertes, romantisches Krimidrama von Jim McBride, das seine kinematographisch wertvolle Vorlage „Außer Atem“ von Jean-Luc Godard und Francois Truffaut in ein popkulturell erfolgreiches Liebesabenteuer amerikanischer Prägung transponiert. Richard Gere, nach dem Mord an einem Polizisten landesweit gesucht, tänzelt sich als comicbegeisterter „Silver Surfer“ und Desperado durch eine klischeehaft gestaltete Amour fou und tappt, blind vor Liebe, zu den Rhythmen von „Caught in the Trap“ in die Falle, während sich die weibliche Hauptdarstellerin Valérie Kaprisky, eigentlich darauf programmiert, „Häuser für die Ewigkeit“ bauen zu wollen, von seinen naiven Weltfluchtgedanken anstecken lässt. Auf aufdringliche Weise als Kultfilm angelegt, scheitert diese One-Man-Show am Fehlen echter Emotionen und kann heute nur noch für den ungewöhnlichen Auftritt seines Hauptdarstellers und seine zahlreichen Außenaufnahmen eines mittlerweile historischen Los Angeles interessieren.

Di., 21. Juli, 22.00 Uhr, Servus TV

Mandela – Der lange Weg zur Freiheit (2013)

Biografisch-historisches Drama von Justin Chadwick über den Widerstandskämpfer und späteren Präsidenten Südafrikas Nelson Mandela. Der durchgängig überzeugend gespielte Film versteht es, sein Publikum zu berühren und den Wandel der Machtverhältnisse als unausweichliche Reaktion auf das politische Versagen der Apartheids-Regierung darzustellen, scheitert jedoch an der Mammutaufgabe, die komplette Lebensgeschichte Mandelas erzählen zu wollen und erregt vor allem in seiner ersten Stunde den Widerwillen eines kritischen Publikums durch seine berechenbar kitschige Motivwahl quietschvergnügter kleiner Kinder und atemberaubender Panoramaaufnahmen der südafrikanischen Landschaft.

So., 19. Juli, 0.05 Uhr, Das Erste

Zwei an einem Tag (2011)

Über einen Zeitraum von 20 Lebensjahren erzählte, romantische Liebesschnulze von Lone Scherfig, die, unentschlossen als Genre-Mix aus Komödie, Tragödie, Drama und Melodrama inszeniert, um die Dauerbeziehung zweier „Königskinder“ kreist, die sich nicht zwischen platonischer Freundschaft und inniger Liebesbeziehung entscheiden können. Unangenehm berührend für seine nur notdürftig kaschierten, kitschig-romantischen Kleinmädchen-Fantasien sowie einen prüden weiblichen Hauptcharakter, der keinen nackten Mann auf der Toilette sehen kann und sich in sarkastischer Zurückhaltung als „Miss Rühr-mich-nicht-an“ durchs Leben schlägt, können hier nur die oft geschmackvolle Fotografie und einige gelungene erzählerische Ansätze gefallen.

Do., 16. Juli, 23.30 Uhr, WDR

Der Rosenkrieg (1989)

Barbara Rose alias Kathleen Turner macht auf dem Friedhof einen Handstand, hält den Haushund Benny zum Narren, nimmt ihren Ehemann Oliver in die Beinschere, verlängert seinen Saunagang und serviert ihm zur Aussprache selbstgemachte Benny-Pastete: Romantische Komödie von und mit Danny DeVito, der als Scheidungsanwalt die Geschichte seines ehemaligen Klienten Oliver Rose alias Michael Douglas erzählt. Zuweilen geschickt und auf den Punkt inszeniert, entwickelt diese schwarzhumorige Ehefarce einigen Unterhaltungswert und fand dank der exzellenten Leistungen seiner beiden Hauptdarsteller ein entsprechend wohlwollendes Echo bei seinem Publikum.

Di., 14. Juli, 23.45 Uhr, TNT Film

Captain Phillips (2013)

Biografisches Krimidrama von Peter Greengrass als minutiöse Schilderung der Vorfälle aus dem April 2009, als eine Handvoll somalischer Fischer eine Verzweiflungstat als Hochseepiraten begehen, das amerikanische Containerschiff Maersk Alabama mit Waffengewalt kapern und seinen vorbildlich um einen kühlen Kopf bemühten Kapitän Richard Phillips (Tom Hanks) zwecks der Erpressung von Lösegeldern entführen. Von einem emotional aufpeitschenden Soundtrack forciert, gefällt sich dieser handwerklich sehr gut gemachte und in der Hauptrolle überzeugend gespielte, aber übertrieben reißerische Film als Machtdemonstration des amerikanischen Militärs und scheint wenig geeignet, eine Deeskalation des Terrors zu erreichen.

Fr., 10. Juli, 20.15 Uhr, TNT Film