Mortal Kombat (1995)

Bridgette Wilson-Sampras hat keinen Empfang mit ihrem smarten Mobiltelefon und wirft mit markigen Sprüchen – „Fahr zur Hölle“ – nur so um sich: Fernöstliches Fantasy-Actionabenteuer nach dem gleichnamigen Videospiel, das seine sinnfreien Martial-Arts-Kloppereien mit einer Reihe hübscher Spezialeffekte und allerlei drolligen Monstern garniert. Der spaßig-trashige Film von Paul W.S. Anderson hat einigen Unterhaltungswert und spielte ein Vielfaches seiner Produktionskosten an den Kinokassen ein, was selbst die Mitwirkung von Christopher Lambert als zauberkundiger Lord im Basthütchen nicht verhindern konnte.

Di., 30. Juni, 20.15 Uhr, TNT Film

Krieg der Götter (2011)

Als stylisch-pompöses Schlachtengemälde inszeniertes Fantasy-Actiondrama von Tarsem Singh nach Motiven der griechischen Mythologie, das trotz seiner blutleeren Charaktere für einigen Bluthochdruck beim Zuschauer sorgt, wenn sich Götter, Menschen und Titanen auf dem Feld der Ehre begegnen, um sich in Zeitlupe zu zerbohren, zu zerschmettern und zu zerteilen. Optisch und produktionstechnisch verwandt mit „300“, paart dieser Edel-Splatterstreifen ausgesuchte Grausamkeiten mit Formwillen minus Geschichte.

So., 28. Juni, 23.00 Uhr, PRO 7

Spider-Man (2002)

Kirsten Dunst macht als das kleine rothaarige Mädchen von nebenan in der Schulkantine „die Fliege“, sattelt bezüglich ihres Berufswunsches Schauspielerin auf Servicekraft um, leidet unter einer seltsamen Form der Fallsucht, erkennt schließlich, wem ihr Herz gehört – und küsst vergeblich Tobey Maguire. Schwungvoll inszeniertes Sci-Fi-Actionabenteuer von Sam Raimi, das seinem Zuschauer die Geschichte des hoffnungsvollen College-Absolventen Peter Parker erzählt, der sich unsterblich in ein Mädchen aus der Nachbarschaft verliebt hat, aber, zu Höherem berufen, nach einigen Feinabstimmungsproblemen und geschmacklichen Fehlschlägen bezüglich seines Superheldenkostüms zum Mann wird. Sehenswert als ironisiertes Coming-of-Age-Drama mit Bodenhaftung und Höhenflügen besonderer Art, gehört dieser Film neben „Iron Man“ zu den Lichtblicken seines Genres.

Sa., 27. Juni, 23.40 Uhr, Das Erste

Bittersüße Schokolade (1992)

Tragikomisches Liebesdrama von Alfonso Arau mit mehreren Fürzen, das sich auf dramatisch-heitere Weise mit den Schattenseiten traditioneller mexikanischer Familienbräuche auseinandersetzt, um als oppulent angerichtetes cineastisch-kulinarisches Festmahl mit sehr guten Schauspielerleistungen zu überzeugen, wobei ihm ein zwar schelmisch-verhalten präsentierter, aber grundsätzlich derber Humor im Wege steht, der das Sprichwort „Liebe geht durch den Magen“ etwas allzu wörtlich nimmt.

Fr., 26. Juni, 0.45 Uhr, ARTE

Der Knochenjäger (1999)

Angelina Jolie stoppt als seelisch angeknackste Streifenpolizistin einen Zug mit ihrer Taschenlampe, um die Spuren eines Mordfalls zu sichern, sucht als „die kleine Hiwi-Maus“ des Forensikers Lincoln Rhyme die Tatorte eines Serienmörders mit der Taschenlampe nach Indizien ab – und revanchiert sich für die moralische Unterstützung ihres neuen Arbeitgebers, indem sie zur rechten Zeit mit der Dienstwaffe zur Stelle ist und ihm zum finalen Weihnachtsfest ein auf rührende Weise selbstgebasteltes familiäres Geschenk macht. Emotional aufgeladener – und kommerziell erfolgreicher – Taschenlampen-Suspenser aus dem Subgenre des Serienmörder-Thrillers, in dem Denzel Washington als querschnittsgelähmte und suizidale „Konifere“ auf dem Gebiet der Forensik, vier Jahre nach einem Unfall noch immer in Gipsfüßen steckend, die angeborenen Sinne einer Kollegin gebraucht, um einem wahnsinnigen Killer an seinem Krankenbett auf die Finger zu klopfen.

Mi., 24. Juni, 20.15 Uhr, KABEL 1

Findet Dorie (2016)

Als 3D-Computeranimationsfilm realisiertes, dramatisch-komödiantisches Actionabenteuer für die ganze Familie, das, lose anknüpfend an die Geschichte von „Findet Nemo“, den Charakter des unter „Gedächtnisverschwund“ leidenden Doktorfischs Dorie ins Zentrum seiner Unterwasserbetrachtungen stellt, um ein junges Zielpublikum durch ein Wechselbad der Gefühle zu schicken und es auf unterhaltsame Weise mit Themen wie Umwelt- und Artenschutz anzufreunden. Einmal mehr hat das Pixar-Animationsstudio einen pädagogisch wertvollen Film über die Meeresbewohner dieses Planeten geschaffen, in dem die von Selbstzweifeln zermürbte Dorie dank ihrer Walisch-Kenntnisse und der vielen helfenden Hände eines Septopus und weiterer Unterstützer einen unverbrüchlichen Glauben in die eigenen Stärken entwickelt und schließlich nach zahlreichen Begegnungen mit anderen Kiementieren auch wieder ihre Eltern glücklich in die Flossen schließt. An der Leistungsgrenze des technisch machbaren produziert, lenken allerdings die faszinierend naturalistischen Details dieses Films zumindest ein erwachsenes Publikum eher von der Handlung ab.

Sa., 20. Juni, 20.15 Uhr, SAT.1

Fight Club (1999)

Hochästhetisch-sarkastisches Drama um einen unter Schlaflosigkeit und Konsumzwang leidenden, als Rückrufkoordinator einer Autofirma beschäftigten Mann in einer amerikanischen Großstadt, der nach der kompletten Zerstörung seiner Designerwohnung in die Abrissbude eines gewissen Brad Pitt zieht, der, wie sich später herausstellt, in Wirklichkeit ein Alter-Ego seines paranoiden Ichs ist, um gemeinsam mit ihm einen illegalen Fight Club zu betreiben, „auf den Nullpunkt zu kommen“ und im nächsten Schritt das anarchistische Terrorprojekt „Chaos“ ins Leben zu rufen. Der viele wichtige Denkanstöße liefernde, aber gefährlich überfrachtete Film von David Fincher demontiert seinen gesellschaftskritischen Anspruch durch die allzu häufige, genüssliche Darstellung äußerst brutaler Gewalt, die mal eben 63 Millionen Produktionskosten verschlungen hat.

Fr., 19. Juni, 23.15 Uhr, 3 SAT

Zugvögel … einmal nach Inari (1998)

An der Bahnsteigkante des Lebens aufgelesene Roadmovie-Komödie von Peter Lichtefeld, der mit diesem Film nach Jahren aufopferungsvoller Arbeit als Produktionsleiter sein Regiedebüt hinlegt, um wichtige Stationen seiner eigenen Biografie zu einer amourösen Huldigung an das Kino zusammenzufügen. Joachim Król ist Hannes Weber, ein etwas zurückgezogen lebender, aber begeisterungsfähiger Bierkutscher an der Seite seines Kollegen und Freundes Lothar alias Jochen Nickel in Dortmund, der pünktlich zu seinem bereits bewilligten Urlaubsbeginn von seinem neuen Chef ein unmissverständliches Angebot erhält, das er leider ausschlagen muss. Hannes tritt, als Fahrplanexperte auf das Ermitteln der schnellsten Zugverbindung trainiert, wie geplant seine Reise ins finnische Inari an, wo er den ersten internationalen Wettbewerb für Kursbuchleser gewinnen möchte, wird nun aber von einem deutschen Columbo namens Franck – Peter Lohmeyer – als Mordverdächtiger gesucht. Was folgt, ist eine verhalten komische Reise voller skurriler Irrungen und denkwürdiger Begegnungen, die in die sich anbahnende Liebesgeschichte mit der finnischen Rosenzüchterin Sirpa – Outi Mäenpää – münden.

Do., 18. Juni, 18.45 Uhr, Kinowelt TV

The Beach (2000)

Prominent besetztes Abenteuer-Actiondrama von Danny Boyle um eine kleine Gruppe von Rucksacktouristen in Thailand, die auf einem abgelegenen, malerischen Eiland auf eine fröhliche Hippie-Kommune treffen, die, von den schwer bewaffneten Drogenfarmern der Insel nur unter Vorbehalten geduldet, um jeden Preis darauf bedacht ist, das seit Jahren gehütete Geheimnis um ihr Privatparadies aufrechtzuerhalten. Von den infantil-pubertären Betrachtungen der erzählenden Hauptfigur untermalter, munter zwischen romantischen Liebesszenen, blutigen Hai-Attacken und „witzigen“ Anspielungen auf die leidenschaftliche Ausübung von Computerspielen springender Film mit zivilsationskritischer Attitüde.

So., 14. Juni, 23.00 Uhr, RTL 2

Dante’s Peak (1997)

Trashiger, aber spektakulär fotografierter Katastrophenthriller von Roger Donaldson, der, von tiefsinnigen Kommentaren wie „Oh, nein!“ oder „Wir brennen!“ begleitet, die Auswirkungen eines gewaltigen Vulkanausbruchs vor malerischer Kulisse und dessen nachteiligen Einfluss auf die Lebensqualität des namensgebenden Bergidylls schildert. Folgende Lehren nimmt der sich entsetzt an seinen Kinosessel klammernde Zuschauer mit nach Hause: 1. Beim Nacktbaden in heißen Quellen immer erst das Feuer ausstellen. 2. Wissenschaftler sind irgendwie auch nur Menschen. 3. Säurebäder wirken sich negativ auf die Gesundheit starrköpfiger Seniorinnen aus. 4. Beim Befahren von Lavaströmen empfiehlt es sich, einen Gang höher zu schalten. 5. Ein Leben als Sardine ist auch für James-Bond-Darsteller menschenunwürdig.

Sa., 13. Juni, 20.15 Uhr, ZDF Neo