O Brother, Where Art Thou? (2000)

An Homers „Odyssee“ orientierte, musikalische Abenteuer- und Krimikomödie von Ethan und Joel Coen um drei entflohene Kettensträflinge, die 1937 in Mississippi – verfolgt von einer mehr oder weniger hilflosen Staatsgewalt und ihren Spürhunden, die nichts als „Depper Dan“-Pomadedosen aufstöbern – einem geheimnisvollen Blinden, drei liebreizend-verführerischen Sirenen, einem schießwütig-bipolaren George „Babyface“ Nelson, dem kriminellen „Bibelverkäufer“ John Goodman und schließlich dem Ku-Klux-Klan begegnen, der ihren zwischenzeitlichen Begleiter Tommy per Lynchjustiz ins Jenseits zu befördern sucht. Brillant fotografiert und inszeniert, verbeugt sich dieser Film vor dem bedeutsamen musikalischen Erbe des ländlichen Südens, um seine liebenswert-trotteligen Helden Everett, Pete und Delmar final mit einer biblischen Flutwelle vor dem Galgen zu retten.

So., 31. Mai, 20.15 Uhr, Servus TV

A World Beyond (2015)

Auf ein jugendliches Publikum zugeschnittenes Fantasy-Actionabenteuer von Brad Bird, das sich munter im Filmfundus des Genres bedient und dabei gehörig auf den Thrill-Pegel drückt. Erzählt wird die reichlich verworrene Geschichte vom Scheitern eines künstlich geschaffenen Paralleluniversums, das einen Einblick in Disneys Themenpark „Tomorrowland“ gewährt, sowie die vom bevorstehenden Ende der Welt, verursacht durch die Ignoranz und den Pessimismus der Menschheit. Neben Robotern und Androiden kommt auch eine erstaunliche „Zeitbombe“ zum Einsatz, die das galaktische Chronometer für einen kurzen Augenblick stoppt; außerdem enthüllt der Film, dass es sich beim Eiffelturm eigentlich um eine Raketenabschussrampe handelt.

Sa., 30. Mai, 20.15 Uhr, VOX

Milk (2008)

Famos gespieltes biografisches Politdrama mit Sean Penn, der in der Rolle des Bürgerrechtlers Harvey Milk Anfang der 1970er Jahre seine geschäftlichen Aktivitäten nach San Francisco verlegt, wo er einerseits auf die idealen Bedingungen für eine erste Offensive der Schwulenbewegung, aber auch auf den energischen Widerstand konservativer Politiker stößt, die Homosexuelle mittels Berufsverbot aus den öffentlichen Ämtern zu verdrängen suchen. Dank eines brillanten Drehbuchs, ausgezeichneter schauspielerischer Leistungen nicht nur seitens des Hauptdarstellers und dem geschickten Einsatz historischer Original-Filmaufnahmen gelingt diesem Film von Gus Van Sant der Sprung in eine der historisch bedeutsamsten Phasen des genderspezifischen Menschenrechtskampfes, als Schwule und Lesben ein „Outing“ noch wie der Teufel das Weihwasser fürchteten und ihr Leben oft an einem seidenen Faden hing.

Fr., 29. Mai, 21.50 Uhr, Kinowelt TV

eXistenZ (1999)

Virtual-Reality-Horrorthrilller von David Cronenberg, der sich nach vergleichsweise visionärem Beginn in den Niederungen der fantastischen Vorstellungswelt seines Schöpfers verirrt, in der Nabelschnüre, sogenannte „Bioports“, allerlei organische Innereien und diesmal auch ein Skischuh die Hauptrollen spielen. Die Übergänge von echter zu virtueller Realität sind holperig inszeniert, es wird wieder einmal die typische These beschworen, Videospielkonsum könne die Gewaltbereitschaft fördern, und die weibliche Hauptdarstellerin Jennifer Jason Leigh macht zuweilen den Eindruck, als ob sie gedanklich schon längst wieder im Flugzeug sitzt.

Do., 28. Mai, 22.05 Uhr, Kinowelt TV

James Bond 007 – Moonraker (1979)

Komödiantisch akzentuiertes Sci-Fi-Actionabenteuer, in dem James Bond, erneut mit einer technisch verfeinerten Armbanduhr und sanft-ironischer Weltanschauung ausgestattet, einem größenwahnsinnigen Weltenerneuerer das Handwerk legt und ein weiteres Mal auf den „Beißer“ Richard Kiel trifft. Nach den unvermeidlichen exotischen Filmstationen, in diesem Fall Venedig und Rio de Janeiro, macht das Agentenabenteuer zum Finale einen Abstecher ins All, um dem Publikum einen Hauch von „Krieg der Sterne“ zu präsentieren. Wissenswert am Rande: Mit dem Space-Shuttle und der Concorde werden in diesem Roger-Moore-Vehikel zwei wichtige Luftfahrt- bzw. Raumfahrtprogramme zu ihren glücklicheren Tagen im Film festgehalten.

Di., 26. Mai, 20.15 Uhr, NITRO

Paterson (2016)

Auf erfrischende Weise unprätentiöses und stilles, poetisch-komödiantisches Liebesdrama von Jim Jarmusch über einen dichtenden Busfahrer in New Jersey und seine vielseitig interessierte Frau Laura (Golshifteh Farahani), die ganz im Gegensatz zu ihrem gleichförmig zufriedenen Gatten Paterson (Adam Driver) ständig vor neuen Ideen übersprudelt und praktisch täglich das gemeinsame Heim neu dekoriert. Dieses lebensphilosophisch wertvolle Filmgedicht von einzigartiger Schönheit lädt seinen Zuschauer in eine fremde und seltsame Welt der Demut, der Vergänglichkeit und des schöpferischen Denkens ein, sich auf vielfältige Weise an seiner eigenen Beobachtungsgabe zu erfreuen.

Mo., 25. Mai, 22.30 Uhr, ARTE

Apocalypse Now (1979)

Als großes Crescendo eines sich ausbreitenden Wahnsinns inszeniertes Anti-Kriegsdrama von Francis Ford Coppola, das den Vietnamkrieg als eine Art Abenteuerspielplatz für sehr junge, schlecht ausgebildete Soldaten, vor allem aber als vollkommen sinnloses Unterfangen zeigt, um nach zweieinhalb Stunden „Flussfahrt mit Hund“ im Lager des gesuchten Colonel Kurtz alias Marlon Brando anzukommen, der, sehnsüchtig auf seine Liquidierung wartend, nicht nur Martin Sheen, sondern auch dem Zuschauer seine halbmondförmig schimmernde Stirn zeigt. Zu sehen ist der Film in der Redux-Version von 2002.

Sa., 23. Mai, 20.15 Uhr, Kinowelt TV

Million Dollar Baby (2004)

Vielschichtiges Boxerdrama mit einer überragenden Hauptdarstellerin, das nicht nur als Sportfilm aus seiner Gewichtsklasse heraussticht. Dialogstark geschrieben und bravourös gespielt, treiben sich Clint Eastwood und Morgan Freeman in der Darstellung einer langjährigen, als Männerfreundschaft getarnten Vernunftehe gegenseitig gegen die Seile, um gemeinsam die verbissen um Anerkennung ringende Maggie – Hilary Swank – zum Profi aufzubauen. Auch unter der Regie von Clint Eastwood entstanden, tragen hier drei starke Charaktere, die bei genauerer Betrachtung allesamt „beschädigte Ware“ sind, zu einem emotional berührenden Film bei, der nicht nur den Wert guter Lyrik und hausgemachten Zitronenkuchens verinnerlicht hat.

Fr., 22. Mai, 22.25 Uhr, 3SAT

The Da Vinci Code – Sakrileg (2006)

Symbolschwanger-geschwätziger Mysterythriller von Ron Howard, der ein erstaunlich hochwertiges Ensemble beliebter Schauspieler vor seine gestochen scharf eingestellte Kameralinse führt, ohne ihnen auch nur einen einzigen Moment zur Bewährung zu gönnen. Ab und zu fließt etwas Blut, vor allem das des märtyrerischen, heikel unterpigmentierten Mördermönchs Silas, der immer wieder einmal vorbeischaut, wenn es die depperte Thrillerdramaturgie erfordert. Jean-Pierre Marielle endet nach wenigen Minuten als Leiche auf dem Parkett des Louvre, Alfred Molina wird auf einer Bahre aus dem Kino getragen, und der titelgebende Leonardo da Vinci wird trotz seines allgemein anerkannten Rufs als naturwissenschaftliches Universalgenie als Fliegenfänger missbraucht.

Mi., 20. Mai, 20.15 Uhr, TNT Film

Payback – Zahltag (1999)

Stark ironisierter Hardboiled-Actionkrimi an der Grenze zur Genreparodie, der seinen prominenten Hauptdarsteller Mel Gibson, von seiner Ex-Frau und einem ehemaligen Partner gelinkt und um 70.000 Scheinchen betrogen, in eine gnadenlose Rachegeschichte verwickelt. Lucy Liu spielt in einer Nebenrolle die Domina-Prostituierte Pearl, die sich in einem entsprechenden Outfit mit Hingabe der gewalttätigen Seite ihrer Profession hingibt.

Sa., 16. Mai, 23.55 Uhr, SAT.1