Die verlorene Zeit (2011)

Überzeugend geschildertes Kriegs- und Liebesdrama von Anna Justice, das als Schilderung der dramatischen Lebensumstände Ende des 2. Weltkriegs, vor allem aber als bewegende psychologische Studie einer gut situierten Amerikanerin zu gefallen versteht, die ihre Jugendliebe Tomasz seit Jahren für tot hält, dann aber durch einen Zufall mit der Möglichkeit konfrontiert wird, dass er die Nachkriegswirren doch überlebt haben könnte.

Do., 30. April, 23.35 Uhr, NDR

Shrek – Der tollkühne Held (2001)

Als Computeranimationsfilm realisierte, märchenhaft-amouröse Abenteuerkomödie mit Musical-Elementen, die einen irgendwo zwischen Kermit, dem Frosch (grün) und Bud Spencer (kompakt) angesiedelten, schüchternen Oger namens Shrek und einen pausenlos aufgeregt plappernden Esel, der kein Blut sehen kann, in eine waghalsige Abenteuergeschichte um die Rettung der Prinzessin Fiona mit ungeahnten Folgen verwickelt. Reich an Überraschungen und zeitgemäß-filmhistorischen Parodien („Matrix“, „Titanic“, etc.) bahnen sich die beiden Antihelden, sympathisch für ihre „Ist-mir-egal-was-die-anderen-von-mir-denken“-Einstellung, ihren Weg ins Herz eines feuerspeienden Drachen, einer wehrhaften Prinzessin, die gar nicht so prinzessinnenhaft ist – und eines Zuschauers, der nicht genug von diesem selbstironischen Quatsch bekommen kann. Zu seiner Entstehungszeit ein echter Knüller.

Mi., 29. April, 20.15 Uhr, KABEL 1

Porco Rosso (1992)

Abenteuer-Actionkomödie von Hayao Miyazaki, die ihr heranwachsendes Publikum in die absonderliche Welt der Erwachsenen mit ihren Bars und Maschinengewehren entführt und ihren Schöpfer als echten Cineasten ausweist, eher sich dieser gar zum Howard Hawks des Animationsfilms aufschwingt, um auf spielerische Weise vor den Gefahren des Faschismus zu warnen. Porco Rosso, ein italoamerikanisches Fliegerass und wegen „unpatriotischen Schweineverhaltens“ gesuchter Kopfgeldjäger, dem nach dem Ende der Luftpiraterie allmählich die Gegner ausgehen, trifft in einem bemerkenswerten Zeichentrickfilm auf einen an Errol Flynn erinnernden Piloten und Widersacher namens Curtis, der wie weiland Humphrey Bogart in „Casablanca“ die Liebe zu einer Frau mit einem anderen teilt, was ihn dank seiner jugendlichen Mechanikerin und Konstrukteurin aber nicht in Schrecken versetzt.

Mo., 27. April, 18.40 Uhr, Kinowelt TV

Hitchcock (2012)

Sehr gut recherchiertes, biografisch-komödiantisches Ehedrama von Sacha Gervasi, das zwar keine inszenatorischen Glanzlichter zu setzen vermag, aber dank der beiden famosen Hauptdarsteller Anthony Hopkins und Helen Mirren durchgängig fesselt und fasziniert. Geschildert wird die schwierige Entstehungsgeschichte von „Psycho“, einem Schlüsselwerk in der Karriere Hitchcocks, der lange Zeit unter der mangelnden Anerkennung seiner Arbeiten durch die Öffentlichkeit litt.

So., 26. April, 0.05 Uhr, ARD

Children of Men (2006)

Dramatischer Sci-Fi-Actionthriller von Alfonso Cuarón, der seine Schreckensvision einer zukünftigen Welt ohne Kinder am Schauplatz Großbritannien als das Abbild einer restlos verrohten Zivilisation inszeniert, die, zur Rudelbildung neigend, gegenseitig über sich herfällt und als Ausdruck ihrer rabiaten menschlichen Umgangsformen nur noch die gezückte Schusswaffe als Argument zählen lässt. Sehenswert für die Leistungen des gesamten Ensembles, aber auch befremdend für seine unausgegorene Vermischung von vorchristlichen Ritualen, Höhlenmalereien und Beatles-Melodien, nimmt dieser Film die beängstigend-bedrohliche Atmosphäre von Videospielen wie „Fallout 3“ vorweg und gewinnt durch seine Bezüge zur Flüchtlingspolitik seiner Zeit eine ganz eigene gesellschaftspolitische Dimension.

Sa., 25. April, 23.55 Uhr, ZDF Neo

Das Schloss im Himmel (1986)

Sinnbildhaftes Fantasy-Actionabenteuer von Hayao Miyazaki, das, unter bemerkenswertem Aufwand als komödiantisch-dramatischer Zeichentrickfilm realisiert, die Geschichte zweier Vollwaisen erzählt, die, verfolgt von einer Bande Räuber, der Armee und einem machtgierigen Nachkommen der Königsfamilie der sagenumwobenen Insel Laputa, zu Freunden werden und das paradiesische Luftschloss mit vereinten Kräften gegen ihre Feinde verteidigen. Erster Film des japanischen Animationsstudios Ghibli, der, auf faszinierend-fantasievolle Weise gestaltet, die Grenzen der 2D-Animation überwindet und unter Kennern als Meilenstein seines Genres gilt.

Fr., 24. April, 20.15 Uhr, PRO 7 MAXX

Armee im Schatten (1969)

Düster-realistisches Kriegs- und Spionagedrama von Jean-Pierre Melville, das die Bemühungen einer Gruppe französischer Widerstandskämpfer als schmutziges Handwerk im Dienste der guten Sache und als letztlich sinnloses Unterfangen beschreibt. Lino Ventura betätigt sich als Meuchelmörder, Fallschirmspringer und als „panisches Kaninchen“ bei einem Erschießungskommando der Deutschen in einem ästhetisch am Film noir der 1940er Jahre orientierten Film, der sich gleich seiner im Stillen operierenden Figuren im Schatten der Geschichtsbücher bewegt.

Do., 23. April, 23.40 Uhr, Kinowelt TV

Conan (2011)

Triviales, aber stimmungsvoll fotografiertes und atmosphärisch dicht erzähltes Fantasy-Action-Spektakel von Marcus Nispel, dem es vor allem auf seine Schauwerte und die furios inszenierten Kampfszenen ankommt. Beginnend mit einem aus „Rapa Nui“ stiebitzten Eierlauf, kehrt der junge Conan mit ein paar abgetrennten Köpfen aus seiner ersten Schlacht zurück, um im späteren Verlauf die Sklaverei abzuschaffen und den schon seit „Aviator“ als Machtmenschen verhassten Stephen Lang wiederzufinden, der einst seinen Vater Ron Perlman lehrte, den Stahl zu verstehen.

Di., 21. April, 22.35 Uhr, KABEL 1

Starship Troopers (1997)

Denise Richards absolviert als hohle Nuss die Pilotenausbildung der Konföderation, kollidiert mit einem intergalaktischen Schweizer Käse, verteidigt aber dennoch ihre Hirnschale gegen einen Brain-Bug: Mediensatirisch inszeniertes Sci-Fi-Actionabenteuer von Paul Verhoeven, das eine übereifrige jüngere Generation mit den wichtigsten Handgriffen des Soldaten vertraut macht, um sie in den Weiten des Weltalls im Dienste der Menschheit zu verheizen. Der bitter-derbe Humor dieses millionenschweren Trash-Abenteuers mausgrauer Hurra-Patrioten nutzt sich zwar durch Redundanz auf die Dauer ab, der Streifen gehört aber dennoch zum Pflichtprogramm für jeden tüchtigen Wehrdienstverweigerer.

Mo., 20. April, 21.55 Uhr, TNT Film

99 Homes – Stadt ohne Gewissen (2014)

Populistisches Drama um einen alleinerziehenden Handwerker und Bauarbeiter, der, von Arbeitslosigkeit bedroht, nach der Zwangsräumung des Hauses seiner Familie zur rechten Hand eines zynischen und skrupellosen Immobilienmaklers aufsteigt, der unter der Ausnutzung bestehender Gesetze einen schwunghaften Handel mit illegal in Besitz genommenen „leeren Schachteln“ treibt. Dieser Film von Ramin Bahrani kann sich der Wertschätzung einer amerikanischen Mittelschicht gewiss sein, die sich zurecht über die oft brutalen Methoden windiger Finanzjongleure aufregt, dabei aber verkennt, das sie mit einer vollkommen unrealistischen Erwartung an den eigenen Lebensstandard selbst zu dieser prekären Situation beiträgt.

Sa., 18. April, 21.55 Uhr, AXN