Rabia – Stille Wut (2009)

In der Summe virtuos inszeniertes, romantisches Krimidrama von Sebastián Cordero um einen kolumbianischen Bauarbeiter, der sich nach einem fahrlässig begangenen Tötungsdelikt an seinem Vorarbeiter in einer Villa versteckt hält, dort einen weiteren Mord aus Vorsatz begeht und später im Rahmen einer den häuslichen Ratten geltenden Ausräucherungsaktion vom Kammerjäger ins Jenseits befördert wird. Als düstere „balada triste“ erzählter Film, der zwar einige, der waghalsigen Geschichte geschuldete Logikschwächen aufweist, dafür aber auf eindringliche Weise eine nur vorgeblich fortschrittliche westliche Zivilisation als Ausbeuter und moderne Sklavenhalter entlarvt.

Mo., 30. März, 23.15 Uhr, Kinowelt TV

The Deep (2012)

Zwischen bodenständigem Realismus und poetischen Momenten wechselndes, biografisches Actiondrama von Baltasar Kormákur, das sich nach einer einleitenden, abenteuerlichen Schilderung des Überlebenskampfes des gekenterten Fischers Gulli (Ólalfur Darri Ólafsson) seinem Leben danach als Versuchskaninchen im Dienste der Wissenschaft widmet, um zu einigen treffenden Kommentaren zum Umgang der Menschheit mit ihren exponierten Vertretern zu gelangen.

Do., 26. März, 22.35 Uhr, SERVUS TV

Out of Rosenheim (1987)

Jasmin Münchgstettner (Marianne Sägebrecht) quartiert sich nach einem Streit mit ihrem Gatten im „Bagdad Cafe“ ein, freundet sich trotz massiver Widerstände mit ihrer Wirtin Brenda alias CCH Pounder und deren Tochter an, findet in Jack Palance einen neuen Verehrer, ergründet die Geheimnisse der Zauberei und emanzipiert sich als Bayerin auf amerikanischem Boden zu einem Teil der dort lebenden Gemeinschaft. Zeitlos schöne Gesellschaftskomödie von Percy Adlon mit märchenhaften Zügen, die ihren besonderen Charme aus der Begegnung unterschiedlicher Kulturen in einem US-amerikanischen Mikrokosmos bezieht.

Mi., 25. März, 20.15 Uhr, Kinowelt TV

Stirb langsam 3 – Jetzt erst recht (1995)

Ironisch akzentuierter Actionthriller mit überkandidelter Story in Bombenstimmung, in dem Bruce Willis als suspendierter Cop auf eine Schnitzeljagd durch den Big Apple geschickt wird, um dem wahnsinnigen Terroristen Jeremy Irons gefällig zu sein, immer begleitet von seinem Stichwortgeber Samuel L. Jackson, der als afroamerikanischer Elektriker noch einiges über den Gebrauch von Schusswaffen lernen muss. In den Nebenrollen lieblos besetzt, brennt der ausschließlich unter kommerziellen Gesichtspunkten entstandene Film ein Feuerwerk von spektakulären Stunt-Szenen ab, ohne sich noch wirklich für seine Figuren zu interessieren.

Di., 24. März, 22.00 Uhr, TNT Film

Lady Frankenstein (1971)

Folkloristischer Trash-Horrorkrimi, der sich als Exploitationsfilm nicht mehr für seinen literarischen Ursprung, sondern nur noch für blubbernde Chemikalien und andere typische Bestandteile seines Subgenres wie Geheimtüren, Totengräber und Hinrichtungen interessiert. Gleich seiner marodierenden Schöpfung sorglos zusammengeschraubt, gehört dieser erotisch angehauchte Streifen mit Joseph Cotten und Rosalba Neri ins Kuriositätenkabinett der Filmgeschichte.

Mo., 23. März, 0.00 Uhr, HESSEN

Alien 3 (1992)

Ellen Ripley landet, anknüpfend an ihr letztes Alien-Abenteuer, als einzige Überlebende auf dem Planeten Fiorina und schleppt dabei einen Facehugger in die Strafkolonie „Fury 161“ ein, hat sich in der Zeit des Hyperschlafs offensichtlich das Rauchen wieder abgewöhnt, dafür aber einen königlichen Alien-Parasiten eingefangen, macht mit ihrem behandelnden Arzt Clemens – Charles Dance – herum und bekämpft in der Folge das Alien mangels anderer Waffen mit einem Brandbeschleuniger und den bloßen Fäusten: In der weiblichen Hauptrolle superb gespielter Sci-Fi-Horrorthriller von David Fincher, der vor allem wegen der weniger interessanten Nebenfiguren und seiner hermetischen, nahezu ausschließlich in den labyrinthischen Schächten der intergalaktischen Bleigießerei spielenden Story deutlich gegenüber den früheren Teilen der Reihe abfällt.

So., 22. März, 20.15 Uhr, SYFY

U-Turn – Kein Weg zurück (1997)

Stark ironisiertes Krimidrama mit Thriller-Elementen von Oliver Stone, das seinen Hauptdarsteller Sean Penn in der Rolle eines zahlungssäumigen Spielers nach dem Verlust zweier seiner Finger und einer Autopanne in ein provinzielles Wüstenkaff führt, wo er schon von den klassischen Fettnäpfchen des amerikanischen Spannungskinos erwartet wird. Lange Zeit sehenswert für seine überdurchschnittliche Besetzung und eine Reihe ausgefeilt-satirischer Miniaturen, kippt dieser Film zu seinem herbeigesehnten Finale in eine wenig originelle Leistungsshow des Genres, um, letztlich enttäuschend, als ausgedehntes Blutbad mit mäßig komischer Schlusspointe und als Futter für die Geier zu enden.

Sa., 21. März, 0.10 Uhr, ZDF Neo

Nevada Smith (1966)

Ansprechend fotografierter Western mit Steve McQueen, der sich nach der Ermordung seiner Eltern auf die Suche nach deren Mördern macht. Als heißblütiges Halbblut des Schießens und des Lesens unkundig, bietet die zweifelhafte Heldenfigur des Max Sand viel Raum für eine abenteuerliche Entwicklungsgeschichte und viele Gelegenheiten für ihn, neue Freunde zu finden, aber wenig Entsprechung in der dramatischen Entwicklung der Geschichte, die noch nicht einmal mit dem Gedanken spielt, dass sich der auf Rache sinnende Max von seinem Vorsatz auch wieder distanzieren könnte. Wenn Sand im Finale den letzten der gesuchten Täter an einem Flussbett niederstreckt (ohne ihn zu erschießen!), neigt sich ein hochwertig gemachter, aber inhaltlich fragwürdiger Film der untergehenden Sonne entgegen, in der sich laszive Frauen (Joanna Moore) hocherfreut über den Tod ihres Gatten zeigen und andere, von einem Schlangenbiss gequält (Suzanne Pleshette), einfach wieder aus dem Blickfeld verschwinden.

Fr., 20. März, 22.50 Uhr, BAYERN

The Commuter (2018)

Unterhaltsamer, aber vielfach unglaubwürdiger Mystery-Actionthriller mit Liam Neeson, der als ehemaliger Polizist den Auftraggebern seines früheren Partners auf den Leim geht und – soeben von den Heuschrecken seines neuen Gewerbes gekündigt – als regelmäßiger Pendler auf die lukrative Jagd nach einer Unbekannten geht, die als Mordzeugin selbst in Todesgefahr schwebt. Handwerklich brillant inszeniert und zudem in der Hauptrolle überzeugend gespielt, feuert dieser Film einige Breitseiten gegen eine gierige Generation junger Geschäftleute ab, kann aber mit seiner finalen „Schweinebulle-trifft-ehrenhaften-Familienvater“-Story nicht wirklich überzeugen.

So., 15. März, 20.15 Uhr, RTL

Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen (2013)

Komplexes Kriminaldrama um eine unter Depressionen leidende junge Frau unter Suizidverdacht, die eines Tages unter dem Einfluss eines neuartigen Medikamentes ihren Gatten ersticht, was ihren behandelnden Arzt und Psychiater Jude Law um seinen Job und beinahe auch um seine Approbation bringt. Nach dem klassischen Genre-Rezept des doppelten Bodens inszeniert, bringt der solide gemachte Film eher seltener behandelten Themen wie Börsenmanipulation aufs Tapet, krankt aber auch an der Unplausibilität seines kriminalistischen Plots.

Mi., 11. März, 23.55 Uhr, ZDF Neo