Babylon A.D. (2008)

Mélanie Thierry wird als Klosterschülerin und künstlich erschaffene Person mit einer real-apokalyptischen Welt konfrontiert, um, mit allerlei rätselhaften Fähigkeiten ausgestattet, ihrer Bestimmung als unbefleckte „Jungfrau Maria“ nachzukommen: Technikverliebtes Sci-Fi-Actionabenteuer, das seine religiös-metaphorisch verbrämte Endzeitgeschichte als heißen „Tanz auf dem Vulkan“ präsentiert. Vin Diesel in der Hauptrolle des charismatischen Söldners Toorop macht eine akzeptable Figur, während sich die meisten, oft prominenten Nebendarsteller als Karikaturen im Dienste eines reißerisch inszenierten und nur vorgeblich intelligenten Suspensers erweisen.

Sa., 29. Februar, 20.15 Uhr, SYFY

Rivalen unter roter Sonne (1971)

Mittlerweile etwas angestaubter „Spaß“-Western mit Alain Delon als Revolverheld, der nach einem Eisenbahnüberfall seinen Partner Charles Bronson im Stich lässt und mit der Beute und dem wertvollen Schwert eines japanischen Botschafters in der Wüste von Arizona verschwindet, sehr zum Missfallen Toshirô Mifunes, der sich als Leibwächter und Samurai in seiner Ehre gekränkt sieht. Dank seines ironischen Untertons durchgängig unterhaltsam, lebt dieser leichenreiche, komödiantische Actionfilm von Terence Young vor allem vom Spiel seiner Hauptdarsteller und dem Zusammenprall fernöstlicher und wild-westlicher Werte und Kampfkunst.

Fr., 28. Februar, 22.50 Uhr, BAYERN

Collateral (2004)

Thriller mit Tom Cruise als Auftragskiller und Jamie Foxx, der ihn als Taxifahrer durch Los Angeles kutschiert, immer schön von einem Blutbad zum nächsten, was in einer wilden Schießerei in einer Discothek gipfelt. Neben seiner kriminalistischen Handlung um die Eliminierung sämtlicher Kronzeugen eines bevorstehenden Drogenprozesses bietet der handwerklich hochwertige Film auf Basis der gewagten Grundkonstellation jede Menge auf tiefsinnig getrimmten Smalltalk, zum Beispiel die besorgte Frage von Max, ob denn der Herr mit dem grau melierten Bart und der Sonnenbrille in seinem Wagen auch eine Sozialversichung hat.

Di., 25. Februar, 20.15 Uhr, TNT Film

xXx – Triple X (2002)

Zwischen Ehrerbietung und Respektlosigkeit pendelnder, mit augenzwinkerndem Humor inszenierter Action-Abenteuerthriller, der in einer Eins-zu-eins-Kopie früherer James-Bond-Filme eine inhaltlich belanglose Spionagegeschichte erzählt und seinen Hauptdarsteller Vin Diesel zum cool-lakonischen Antiheld aufbaut. Getreu dem Bond-Prinzip präsentiert der Film seinem Publikum flotte Schlitten und Frauen mit heißen Fahrgestellen im Wechsel mit Sprücheklopfereien um den NSA-Agenten Samuel L. „Pfirsichbacke Frankenstein“ Jackson und spektakulären Stunt- und Actioneinlagen, die anno 2002 noch ihresgleichen im Kino suchten.

Mo., 24. Februar, 22.00 Uhr, TNT Film

Cloud Atlas – Der Wolkenatlas (2012)

Halle Berry kommt im Jahre 1973 als Journalistin einer geplanten Reaktorkatastrophe auf die Spur, verfügt als Angehörige der „Prescients“ über außergewöhnliche Technologien – und küsst Tom Hanks die „müden Knochen“: Famos gespieltes, vielfach schwarzhumoriges und kaleidoskopisch entfaltetes, nahezu sämtliche Filmgenres zitierendes Mystery-Actiondrama nach dem gleichnamigen Roman von David Mitchell, das seine sympathische, universell-philosophische Botschaft mittels des Zusammentreffens mehrerer, zu verschiedenen Zeiten und auf verschiedenen Planeten spielender Handlungsstränge vermittelt.

So., 23. Februar, 0.20 Uhr, ARD

Slumdog Millionär (2008)

Vielfach überbewertetes britisches Bollywood-Liebesdrama von Danny Boyle, das seine abenteuerliche Schilderung einer bewegten Jugend in Indien anhand der Quiz-Fragen eines TV-Moderators der beliebten Fernsehshow „Wer wird Millionär?“ erzählt und mit oberflächlicher Gesellschaftskritik garniert. In seiner adrenalingeschwängerten Inszenierung am Erfolg von „City of God“ orientiert, erweckt dieser Film eher den Eindruck einer elendstouristischen Stipvisite mit dauerfröhlichen Kindern in einer farbenprächtig fotografierten, peripheren Welt.

Sa., 22. Februar, 20.15 Uhr, SERVUS TV

Mary & Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet? (2009)

In liebevoller Handarbeit gefertigter Knet- und Stop-Motion-Animationsfilm von Adam Elliot, der seinem Publikum die tragikomische Geschichte einer ungewöhnlichen Brieffreundschaft zwischen einem New Yorker Sonderling und einem einsamen australischen Mädchen namens Mary Daisy Dinkle erzählt, das sich nach anfänglicher Euphorie über den neugewonnenen Briefkontakt am Boden zerstört im Selbstmitleid suhlt, als dieser den Schriftverkehr für längere Zeit unterbricht. In hohem Maße fantasievoll gestaltet und zwischen bitterem Sarkasmus und anrührender Anteilnahme für seine Figuren ausbalanciert, wirbt dieser zugleich an „Wallace & Gromit“ und „Sin City“ erinnernde Film um mehr Nachtsicht und Verständnis für jedwede Form menschlicher Macken, wenn der unter Panikattacken leidende Max Jerry Horowitz, als jüdischer Atheist und ehemaliger Kommunist strikt auf ein „symmetrisches“ Leben bedacht, zwischenzeitlich in der Nervenheilanstalt landet oder die Typen seiner Schreibmaschine wutentbrannt um das „M“ reduziert.

Fr., 21. Februar, 20.15 Uhr, Kinowelt TV