DIE LETZTE (ÖSTERREICHISCHE) ZIGARETTE

Es ist schon spät und aussichtslos
erscheint des Wartens lange Müh‘
ich würde ja noch gerne, bloß
mein Wecker weckt mich schon des Früh.

Ich seufze – seufz – und will schon heim,
als eine Zigarette
fragt, ob ich nicht etwas Time
für sie und Feuer hätte.

Sie duftet so wie Tabak riecht
und trägt ein feines Paper-Shirt,
ist gertenschlank (woran mir liegt)
und lächelt keck: Für einen Flirt?

Ich zögere, ich könne nicht,
erzähle ihr von meinem Chef,
doch spür‘ ich schon, mein Herz, es bricht:
Was wenn ich sie nie wieder Treff?

Ich hab‘ schon manche Chance verpennt,
ich fleh‘ sie an: Lass es geschehn,
dass keine Macht der Welt uns Trend,
vom Präser einmal abgesehn.

Nicht hier, sagt sie, mich kratzt dein Bart,
ach sei so nett, rasiere dich.
Sie lächelt sanft, sie lächelt Smart,
und ich – wie dumm! – geniere mich.

So bin ich halt. Ich frage frech:
Wie wäre es in meinem Bett?
Sie lächelt zart: Nun red‘ kein‘ Blech,
ob ich denn sonst kein Hobby hätt‘?

Gesagt, getan, ich rauche froh
und trinke noch ein Achtel,
zum Abschied haucht sie: Da Capo,
doch da ist nur die Schachtel.

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