Zwei vom Blitz getroffen

Auch nicht von ganz schlechten Eltern ist die Verwechslungskomödie Zwei vom Blitz getroffen. Darin sehen wir die nach ihrer Trennung vom Ehegespons etwas angespannte, allein erziehende Lehrerin Susanne sowie ihre Tochter Isabelle, die sich in ständiger Gewitterstimmung befinden. Fantastischer Kniff dieser arg vorhersehbaren, aber passabel umgesetzten Mutter-Tochter-Katharsis: Die beiden geraten in ein Magnetfeld und tauschen auf wundersame Weise die Körper. Jeweils in der Haut der anderen, dürfen sie sich nun gegenseitig das Leben nachhaltig zerstören, was Anlass für allerlei augenzwinkernde Scherze auf modernes Teenie-Gebaren und die gemeinläufig bekannte Spießigkeit von Erziehungsberechtigten ist. Das ist alles ein bisschen zu betont menschelnd, aber sowohl Mariele Millowitsch als auch Newcomerin Friederike Kempter vollziehen diesen Rollentausch mit einem gewissen Charme, der einen über manche Schwäche des Films hinwegsehen lässt.

Werbeanzeigen

Sehnsucht nach Jack

Sehnsucht nach Jack von Mika Kaurismäki ist ein kriminalistisch-komödiantisches Roadmovie geworden, in dem vor allem Kai Wiesinger als sympathischer Antiheld überzeugt. Glücklicherweise gelang es dem Regisseur, die hanebüchene Liebesgeschichte zwischen ihm, einem Lebens- und Improvisationskünstler um die 30 (Wiesinger) und einer jungen Frau der höheren Gesellschaft (Marie Zielke), die verzweifelt versucht, ihrem Milieu zu entkommen, nicht zu sehr ins Zentrum zu stellen. Dafür überzeugt die Geschichte des untadelig unbeugsamen Jack durch ihren lakonischen Witz und eine Reihe von weiteren skurrilen Typen, denen man gerne bei ihren zum Scheitern verurteilten Bemühungen zusieht, sich an den Gütern anderer zu bereichern.

Die Rückkehr des Schwarzen Buddha

Eine aufwändige Spielfilmproduktion verwirklichte das ZDF mit Die Rückkehr des Schwarzen Buddha. In der ungewöhnlich großzügigen Drehzeit von 61 Tagen in China entstanden, sieht sich hier Sebastian Koch im Clinch mit sich selbst. Der Wahlberliner spielt die beiden ungleichen Zwillingsbrüder Max und Nick, die es beide von Deutschland nach Shanghai verschlägt, wo sie sich vom Zauber des Ostens und der wunderbar gefühlvollen Su (Fu Chong) betören lassen. In seiner Doppelfunktion als Autor und Regisseur erzählt uns Ron Eichhorn eine opulent ausgestattete und von Lu Yue („Herr Zhao“) brillant fotografierte Abenteuer- und Liebesgeschichte, die viel Reiz aus der Konfrontation zweier völlig verschiedener Kulturen zieht. Eine spannende Huldigung an die Weisheiten Chinas, die Schönheit der Landschaft und den unerschütterlichen Glauben der Menschen an seit Jahrhunderten überlieferte Traditionen.

Arabian Nights – Abenteuer aus 1001 Nacht

Für RTL darf‘s etwas mehr sein – was insbesondere für die Koproduktionen mit der amerikanischen Traumfabrik Hallmark Entertainment gilt. Der neueste Streich nach „Cleopatra“, „Merlin“ und vielen anderen als Eventmovie angepriesenen Filmen: Arabian Nights – Abenteuer aus 1001 Nacht. Darin rettet Scheherazade (Mili Avital) ihre Haut, indem sie dem Sultan von Bagdad (Dougray Scott), nach einem Mordanschlag durch seine erste Frau nicht besonders gut auf das weibliche Geschlecht zu sprechen, fünf fabelhafte Gutenachtgeschichten erzählt. Neben einem wirklich bestechend in Szene gesetzten Tiefflug auf einem Teppich sowie sehenswerten Anleihen beim „Domino-Day“ und „Wilhelm Tell“ überzeugen in diesem kurzweiligen Abenteuer-Kostümfilm vor allem die einfach unverwüstlichen orientalischen Märchen. John Leguizamo in einer gespenstischen Doppelrolle als neurotischer Dickwanst und Furcht erregender, mit den Ohren von Mr. Spock gesegneter Geist aus der Lampe liefert sich in einem Schaukampf selbst ein Duell, und auch das Antlitz von Vanessa Mae in ihrer ersten Filmrolle gereicht dem Film zu schönen Ehren. Kostenpunkt: 60 Millionen.

Polizeiruf 110 – Gelobtes Land

Einem weiteren Kapitel deutschen Verbrechens nimmt sich der Polizeiruf 110 – Gelobtes Land an. In eher solider TV-Manier und mit der etwas zu überdeutlichen Absicht, den Zuschauer über einen Missstand in diesem Land aufzuklären, führt Peter Patzak uns das Schicksal des afrikanischen Asylbewerbers Jonah Dibango (Aloysius Itoka) vor, der in Bayern vergeblich auf die Ankunft des Fluchthelfers seiner beiden Töchter wartet. Erfreulich allerdings ist der Auftritt der neuen Kollegin von Jürgen Tauber (Edgar Selge): Michaela May gibt die energische Kripobeamtin Jo Obermaier mit reichlichem Charme, mit Verve und Esprit.

Brennendes Schweigen

Ein Schlaganfall des Vaters führt den Journalisten Baumeister (Uwe Bohm) in die Vergangenheit seiner Jugend. Nach Jahren der Abwesenheit zurück in der Eifel, enthüllen sich ihm in dem bemerkenswert atmosphärischen Heimatkrimi Brennendes Schweigen verschüttete Fragen an seine Familiengeschichte. Friedemann Fromms Film nach Motiven eines Romans von Jacques Berndorf ist ein komplex erzähltes Drama um Liebesglück und Lebenslügen, das jede seiner Figuren aus drei Generationen mit einem Geheimnis ausstattet und in einen Strudel der Emotionen verwickelt.

Jason und der Kampf um das Goldene Vlies

Jason und der Kampf um das Goldene Vlies nimmt sich mit dem für Hallmark Entertainment üblichen gehobenen Aufwand jener Geschichte aus der griechischen Mythologie an, die den wackeren Jason und seine Kumpane (die Argonauten Herkules, Orpheus, et cetera) in aufregende Kämpfe mit menschlichen wie göttlichen Feinden und tierischen Monstern verstrickt. Besonderen Wert legte diese in der Türkei und London gedrehte und mit Jason (!) London in der Hauptrolle passend besetzte 120-Millionen-Mark-Posse auf die zahlreichen, wirklich sehenswert animierten Gemetzel.