Mörderherz

Mit einer auf höchstens sechs weitere Monate geschrumpften Lebenserwartung entschließt sich der ansonsten vitale Mittfünfziger Daniel Elsner für einen Benzinpumpen-Austausch, wie es der Arzt seines Vertrauens formuliert. Als ihm allerdings nach gelungener Transplantation dämmert, dass in seiner Brust nun möglicherweise ein Mörderherz schlummert, benimmt er sich, von sonderbaren Alpträumen geplagt, wie ein Gehirnamputierter, der alle Warnungen der Mediziner in den Wind schlägt und sich auf die Spurensuche nach dem tödlich verunglückten Organspender macht. Eine reichlich krude, in wohlfeilen Bildern erzählte Geschichte von Christian Görlitz, die antike Tragödie, Ehedrama und Landkrimi in sich zu vereinen sucht.

Am Ende des Tunnels

Eigentlich hat die U-Bahnfahrerin Silke (Ulrike Kriener) gar keinen Dienst, als die unter Schüben manischer Depression leidende Yvonne ihrem Leben gewaltsam ein Ende setzt. Einen Tag später tritt Silke den gemeinsamen Urlaub mit ihrem Mann Albert (Armin Rohde) im sonnigen Süden an, doch da ist die Finsternis der Trauer schon in ihr Herz gezogen. Am Ende des Tunnels von Dror Zahavi (Regie) und Georg Weber (Buch) erzählt nicht die Leidensgeschichte einer selbstmordgefährdeten Frau, sondern ist ein dicht am Leben entlang entwickeltes Psychodrama, das die ehedem in nahezu glücklicher Partnerschaft lebende U-Bahnfahrerin komplett aus der Bahn wirft. Ein stimmiger und glaubhafter Film, mit dem Dror Zahavi das Kunststück gelungen ist, für den introvertierten und an äußeren Handlungen armen Prozess der Trauerarbeit emotional bewegende Bilder zu finden.

Tödliches Vertrauen

Viel ist nicht mehr los in den weitläufigen Wäldern um Kassel. Von Zeit zu Zeit trifft man auf einen Jogger, ein alter Mann füttert Vögel, und hier und da stößt man auf einen psychopathischen Frauenmörder. Schon seit Jahren werden in der Gegend fürchterliche Verbrechen verübt, die eines gemeinsam haben: Ein mysteriöser Unbekannter quält seine Opfer über längere Zeit, bevor er sie tötet. Der ermittelnde Kommissar (Christian Redl) steht buchstäblich im Wald, und auch als die neue ABM-Kraft unter den Forstarbeitern (Barbara Rudnik) einen kerngesunden Baum fällt und dabei eine weitere Frauenleiche entdeckt, geht ihm in der entstandenen Lichtung kein Licht auf. Wer diesem leider ziemlich hölzern geratenen Who-dunit-Thriller von Johannes Grieser (Regie) und Timo Berndt (Buch) sein Tödliches Vertrauen schenkt, der wird immerhin von einer vorzüglichen Besetzung entschädigt – in weiteren Rollen sind unter anderem Otto Sander und Thomas Sarbacher zu sehen.