Finanzbeamte küsst man nicht (2004)

Das Hotel Auerwald, benannt nach der Besitzerin Adele Auerwald (abonniert auf schrullige Schabracken: Gisela Trowe) hat eindeutig bessere Zeiten gesehen. Die Gäste bleiben aus, das spärliche Personal verschweigt der Chefin die schwierige finanzielle Lage – und jetzt steht auch noch eine Steuerprüfung ins Haus! Finanzbeamte küsst man nicht hetzt den Steuerberater Stefan Ahrens und die Steuerprüferin Ulrike Stechlin aufeinander, die sich kurz zuvor auf einer Hochzeitsfeier begegnet sind und schließlich auch vor dem Altar landen werden. Heio von Stetten und Rebecca Immanuel klappern mächtig mit ihren Aktenkoffern in dieser anspruchslosen Was-sich-neckt-das-liebt-sich-Komödie, in der sogar so patente Darsteller wie Jürgen Tarrach oder Marie-Lou Sellem wie drittklassige Schmierenkomödianten agieren. Weil uns sonst nichts zu diesem Film einfällt: für die Ausstattung zeichnet Monika Nix.

Die Verlorenen (2006)

Regisseur Christian Görlitz nimmt sich in seinem Film Die Verlorenen einmal mehr den Opfern sexueller (und struktureller) Gewalt an und erzählt die Geschichte einer Frau, die früh von ihrer Tochter getrennt wird, später in den Bann eines religiösen Fanatikers gerät und beinahe zur Mörderin wird, ehe sie selbst von Mörderhand stirbt. Karoline Eichhorn spielt den zerrissenen Charakter der Krista mit einer faszinierenden Subtilität, die man in dem Film ansonsten schmerzlich vermisst. In Hauruckmanier inszeniert, vermischt das Drama die verschiedensten Genres, verhackstückt gleich drei verschiedene Erzählstränge und paart billige, die Spannung steigernde Thrillerelemente mit mediterraner Folklore.