Mörderische Erpressung

In dem kleinen Dorf Möhnstedt bei Hamburg wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Als man feststellt, dass sie noch kurz vor ihrem Tod Geschlechtsverkehr mit drei verschiedenen Männern hatte, ist die Aufregung groß. Ein Speicheltest wird durchgeführt, zwei ihrer Sexualpartner sind rasch gefunden. Doch schlief Nina Krohn, den Männern des Ortes bestens als Bartänzerin bekannt, tatsächlich freiwillig mit den Söhnen des Großbäckers Jansen? Und wer ist der dritte Mann, der Sex mit Nina hatte? Regisseur Markus Imboden, schon 2002 mit dem Film „Ein Dorf sucht einen Mörder“ in ganz ähnlichen Gefilden unterwegs, liefert in Mörderische Erpressung noch einmal das große ABC des Dorfkrimis ab. Anfangs stört dabei die allzu stereotype Handlung: Ein eher unbedarfter, etwas unsicherer Polyp muss sich mit einer neuen Kollegin aus der Stadt herumschlagen und wird von der Dorfgemeinschaft zunehmend unter Druck gesetzt. Später jedoch zieht einen die ganz dicht an den Figuren orientierte, spannende Inszenierung in den Bann – und das ausgezeichnete Spiel von Hinnerk Schönemann, der seine Rolle des Dorfpolizisten Burck absolut glaubhaft angelegt hat.

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Tod einer Freundin

Wenn Frauen, junge zumal, zu oft in die Disco gehen und Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern haben, ist ihnen im deutschen TV nur selten ein langes Leben beschieden. Das muss auch die sprunghafte Tanja begreifen, als sie in das Auto eines psychopathischen Serienmörders steigt. Besonders schockiert über den Tod einer Freundin ist die Studentin Tina Stadler (Katrin Bühring), die in dem bayerischen Dorf im Norden von München ihre Eltern und ihren Bruder Sebastian (Devid Striesow) besucht. Regisseur und Autor Diethard Klante legt zu Beginn seines Psychothrillers jede Menge falsche Fährten, auf die aber nur die Polizei in Gestalt des tapsigen Sonder-Ermittlers Fabian Herzog (Janek Rieke) hereinfällt. Der Zuschauer ahnt früh, wer der Täter ist – zur Halbzeit wird es ihm zur Gewissheit. Dann nämlich wechselt der Film, der als klassischer Who-dunit-Krimi begann, die Perspektive. Ein eigentlich spannender Kunstgriff in einem wenig plausiblen Hannibal-Lecter-Abklatsch, der gewagte Ansichten zum Thema Todesstrafe äußert und sich zum Showdown regelrecht am Wahnsinn des paranoiden Killers ergötzt. Wir raten: Kopf ab.

Der Tote am Strand

Ostsee ist Frostsee: Immobilienhändler Friedrich Liebmann führt seinen Familienbetrieb mit eiserner Hand, hält wenig von seinen Kindern und erst recht nichts von seinem Schwiegersohn Ole (Matthias Brandt). Die Strenge des Vaters hat Tochter Rosa (Silke Bodenbender) vor 15 Jahren zur Flucht in die USA getrieben, doch jetzt will sie sich mit ihrem Vater aussöhnen und seinen 70. Geburtstag feiern. Pech für sie: Im Strandkorb sitzt nur Der Tote am Strand, Vater Liebmann wurde erschossen. Martin Enlens Krimi kreist lange um allzu vertraute, „dunkle“ und zudem „unter den Teppich gekehrte“ Geheimnisse der Familie, ehe er sich doch noch zu einer echten Tragödie verdichtet. Wieder einmal ist praktisch jeder verdächtig, den Mord begangen zu haben, auch Rosa, die an der Ostsee außerdem auf ihre Jugendliebe Finn trifft, der mittlerweile Kommissar ist und in dem Fall ermittelt. Eine steife Inszenierung, seltsam desorientiert wirkende Schauspieler und eine Fülle banaler Dialoge vermögen den Zuschauer nie zu fesseln und sorgt bisweilen sogar für unfreiwillig komische Momente.

Der letzte Tanz

Molotow-Cocktails, Studentenproteste, sexuelle Revolution – das alles hat der Mittfünfziger Dieter Walling, verheiratet, ein Kind, längst hinter sich gelassen. Der Betrieb des etablierten Tierpharmazeuten soll an den Sohn Jens übergeben werden, und Walling (Peter Sattmann) möchte gerade eine gute Flasche Sekt zur Feier seines Lebensabends köpfen, als ihn ein Fernsehbericht mit seinem alten Freund Willi (Hans Uwe Bauer) konfrontiert, der mittlerweile als Robbenfänger auf einer Seehundstation an der Nordsee arbeitet. An der Küste eingetroffen, um ein Antiserum gegen ein Robbenvirus zu entwickeln, begegnet Walling aber auch seiner ersten großen Liebe Anna (Franziska Walser) wieder, die er in seiner Studentenzeit mit seinem Freund Willi teilte. Der letzte Tanz von Jan Ruzicka nach einem Drehbuch von Barbara Engelke und Bele Nord bietet im Wesentlichen eine leidenschaftliche Dreiecksgeschichte, jede Menge weichgespülte Schmuse-Songs und wunderschön fotografierte Bilder vom Watt – die Alt-68er-Thematik allerdings wirkt lediglich aufgesetzt.