Unterwegs als sicherer Ort

1942 als Sohn jüdisch-deutscher Emigranten in einem Ghetto geboren, unternahm der Kölner Schriftsteller Peter Finkelgruen 1996 eine Reise zu den wichtigsten Stationen seines Lebens: Shanghai, Prag, Haifa. Seinen präzisen Erinnerungen an die Zeit der Verfolgung durch die Nationalsozialisten steht in Unterwegs als sicherer Ort die freundliche Gleichgültigkeit der besuchten Städte gegenüber, die das Grauen des Nazi-Terrors vergessen haben. Doch Peter Finkelgruen weiß: Man braucht nur zu graben. In seinem Buch „Haus Deutschland“, in dem er den Mord an seinem jüdischen Großvater in Theresienstadt schildert, hat er sich gefragt, was ein perfekter Mord ist. Seine Antwort: „Vielleicht der, von dem alle wissen, dessen Mörder alle kennen, zu dem aber alle schweigen.“

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