Bittere Unschuld

Wenn man böswillig wäre, könnte man diesen Film von Dominik Graf zum Genre des Ausstattungsfilms zählen. Aus welchem Grund, fragt man sich, soll man wohlfrisierte Menschen anschauen, die in sonnendurchfluteten Villen am Stadtrand den verpatzten Chancen der Vergangenheit nachtrauern? Warum Menschen, die zu klassischen Klängen klassische Probleme wälzen, seine kostbare Zeit schenken, die man doch eigentlich viel besser damit zubringen könnte, sich am Stadtrand eine Villa zu suchen? Weil wir aber nicht böswillig sind und uns gerne Bittere Unschuld aufs Haupt streuen, räumen wir ein, dass die Story dieses Psychothrillers zwar im Grunde nicht von Belang ist, das Ganze aber so geschickt umgesetzt wurde, dass man dies beinahe nicht merkt. Wer Filme wie „Treffer“ oder „Die Katze“ nicht kennt, Arbeiten Grafs, die wirklich neue Impulse setzten, und aus irgendeinem Grund gerade keine Lust hat, sich um sein Luxusdomizil zu kümmern, der kann sich dieses Sommerlochfilmchen, das den Sinnen schmeichelt wie edelste Auslegeware, bedenkenlos reinziehen und sich schon auf so gediegene Darsteller wie Elmar Wepper oder Laura Tonke freuen.

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