Eis – Wenn die Welt erfriert

Es sind keine zwei Monde her, da hätte man es sich auch in seinen kühnsten Alpträumen nicht einfallen lassen, dass Herbert Selpins Untergangsepos „Titanic“ eines Tages als Video auf den Markt kommt. Doch die Menschheit, scheint es, ist heiß auf die Apokalypse. Der Erfolg von James Camerons Neuverfilmung des Stoffes belegt es: Der Freundeskreis schöner Schiffskatastrophen hat sich beachtlich erweitert. Mit dem Ende des zweiten Jahrtausends macht sich auch eine Stimmung des Weltendes breit, an der auch die Filmindustrie teilhaben will. So erklärt es sich, dass die ARD den ersten Advent 1998 ausgerechnet mit einem „Polizeiruf“ zum Thema Teufelsaustreibung begeht, und der private Konkurrent PRO 7 – nicht weniger unchristlich – die Sonne mit Hilfe eines Meteoriten ausknipst. Was für eine Geschichte: Infolge einer Totalfinsternis sinken die Temperaturen nahezu weltweit unter den Gefrierpunkt herab, und eine kleine Gruppe Überlebender der Katastrophe versucht, sich den Weg zum rettenden U-Boot mittels Waffengewalt zu bahnen. Wahrhaft kein Fernsehprodukt von der Stange, erweist sich die internationale Koproduktion Eis – Wenn die Welt erfriert als bestenfalls als Schneebild geeignete Endzeitvision, bei der einen das Schicksal der Protagonisten eiskalt lässt. Pech für Udo Kier, der hier einmal mehr den Bösewicht mimt.

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