Bobby

Stellen Erwerbslose in diesem Land eine von der TV-Wirklichkeit wenig beachtete Mehrheit, so können sich Behinderte erst recht einer Außenseiterposition im Fernsehen rühmen. Auch das Familiendrama Bobby von Vivian Naefe (Regie) und Gabriela Sperl (Buch) bemüht sich darum, Verständnis für eine Gruppe benachteiligter Menschen zu wecken. Hier findet man sich in einem konventionell erzählten TV-Movie wieder, in dem Gut und Böse glasklar getrennt sind. Veronica Ferres gibt eine couragierte Verfechterin fortschrittlichen Denkens, und so gelingt es dem schwulen Jojo (Markus Knüfken), die Vormundschaft für seinen unter dem Down-Syndrom leidenden Bruder Bobby (Bobby Brederlow) zu erstreiten. Erfrischend unprätentiöse und aufrechte Unterhaltung zur Haupteinschaltzeit, der man allerhöchstens vorwerfen könnte, dass sie die Nöte des Homosexuellen zugunsten derer des Titel gebenden Helden zu sehr in den Vordergrund stellt.

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